Coinbase Aktie: Rechtsstreit geht weiter
Coinbase bekommt juristisch wieder mehr Gegenwind. Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware hat verhindert, dass ein Aktionärsverfahren frühzeitig beendet wird. Im Kern geht es um den Vorwurf, dass Insider beim Börsendebüt 2021 mit einem Informationsvorsprung Kasse gemacht haben.
Gericht zweifelt an Unabhängigkeit
Am 30. Januar hat das Delaware Court of Chancery den Versuch eines sogenannten Special Litigation Committee (Sonderausschuss) zurückgewiesen, die Aktionärs-Klage zu stoppen. Diese „Derivative Suit“ richtet sich gegen Direktoren und Führungskräfte und behauptet Insiderhandel rund um das Direct Listing im April 2021.
Knackpunkt der Entscheidung: Das Gericht sah Zweifel an der Unabhängigkeit eines Ausschussmitglieds, Gokul Rajaram. Laut Bericht wurden seine Verbindungen zu Marc Andreessen und der VC-Firma Andreessen Horowitz als so eng eingestuft, dass die nötige Distanz für eine objektive Prüfung infrage steht.
Die Verbindungen im Fokus
In der Entscheidung werden mehrere finanzielle und operative Berührungspunkte zwischen Rajaram und Andreessen genannt, darunter:
- Andreessen investierte 2007 200.000 US-Dollar in Rajarams Startup
- Rajarams Investmentfirma investierte seit 2019 mindestens 50-mal gemeinsam mit Andreessen Horowitz
- Andreessen investierte zwischen 2020 und 2023 850.000 US-Dollar in Rajarams Firma
- Während der Untersuchung wurden hunderte E-Mails zwischen Rajaram und Andreessen Horowitz ausgetauscht
Andreessen Horowitz selbst verkaufte beim Direct Listing Coinbase-Aktien im Wert von über 118 Mio. US-Dollar – damals der größte Exit der Venture-Firma.
Rückblick: Das Direct Listing 2021
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Beim Börsenstart über ein Direct Listing gab es keine Lock-up-Frist. Insider durften also sofort verkaufen. Genau das ist der Kern des Streits: Direktoren und Officers sollen kurz nach Handelsstart Aktien im Umfang von rund 2,9 Mrd. US-Dollar veräußert haben.
Die Kläger behaupten, die Insider hätten gewusst, dass negative Gewinnnachrichten bevorstehen. Dadurch hätten sie angeblich mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Verlusten vermieden, als die Aktie später nachgab.
Ein Sonderausschuss hatte zwar über zehn Monate hinweg geprüft, 60.000 Dokumente ausgewertet und 21 Zeugen befragt. Das Ergebnis stand in einem 332-seitigen Bericht: Die Vorwürfe seien unbegründet. Genau diese Empfehlung ist nun aber entwertet – nicht wegen der Inhalte, sondern wegen der aus Sicht des Gerichts fehlenden Unabhängigkeit.
Was das für Coinbase bedeutet
Das Urteil entscheidet nicht, ob die Vorwürfe am Ende stimmen. Das Gericht betonte ausdrücklich, dass die Beklagten in späteren Verfahrensschritten weiterhin gewinnen können – und dass der Bericht des Ausschusses eine Verteidigung in der Sache stützen könnte. Trotzdem ist klar: Die Klage läuft weiter und erhöht die rechtliche Unsicherheit.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage zumindest im größeren Bild: In den vergangenen 30 Tagen liegt die Aktie rund 37% im Minus.
Am 12. Februar stehen zudem die Zahlen für das vierte Quartal 2025 an. Dann dürfte sich zeigen, wie stabil Handelsvolumen und Erlöse in einem weiterhin schwankungsanfälligen Kryptomarkt zuletzt waren – und ob Coinbase neben dem Rechtsstreit wenigstens operativ Rückenwind liefern kann.
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