Die Zahlen sind da – und sie haben es in sich. Novo Nordisk hat am Montag seine Ergebnisse für 2025 vorgelegt und gleichzeitig den Ausblick für 2026 präsentiert. Was die Investoren zu sehen bekommen, dürfte für erhebliche Nervosität sorgen.

Für 2025 meldete der dänische Konzern ein Umsatzplus von 10 Prozent bei konstanten Wechselkursen auf 309,1 Milliarden Dänische Kronen. Der operative Gewinn legte um 6 Prozent zu und erreichte 127,7 Milliarden Kronen. Soweit die guten Nachrichten.

Der Schock steckt in der Prognose

Doch was für 2026 auf dem Tisch liegt, hat eine völlig andere Qualität. Novo Nordisk erwartet einen bereinigten Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent – und auch beim operativen Gewinn rechnet das Management mit einem Minus in gleicher Höhe. Die Betonung liegt auf "bereinigt", denn das Unternehmen führt neue Kennzahlen ein, um außergewöhnliche Effekte herauszurechnen.

Der größte Sondereffekt: Eine Rückstellung von 4,2 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit dem 340B Drug Pricing Program in den USA wird aufgelöst. Ohne diese Bereinigung läge der Umsatz praktisch auf Vorjahresniveau, der operative Gewinn würde sogar um 11 Prozent zulegen. Doch diese Rechnung verschleiert die operative Realität.

Preisdruck und Patentablauf setzen zu

Was drückt auf die Margen? Zum einen sinken die realisierten Preise deutlich. Verantwortlich dafür ist unter anderem das "Most Favoured Nations"-Abkommen mit der US-Regierung, das GLP-1-Medikamente günstiger macht. Zum anderen läuft in einigen internationalen Märkten der Patentschutz für das Semaglutid-Molekül aus – der Wirkstoff hinter Blockbustern wie Wegovy und Ozempic.

Hinzu kommt verschärfter Wettbewerb in einem Markt, der zwar weiter wächst, aber zunehmend umkämpft ist. Die positive Wirkung von Preis- und Abrechnungsanpassungen aus 2025 in den USA wird sich 2026 nicht wiederholen. Im Gegenteil: Die Medicaid-Abdeckung für Adipositas-Medikamente wurde reduziert.

Wegovy-Pille als Hoffnungsträger?

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Ein Lichtblick könnte die neue orale Version von Wegovy sein. Am 22. Dezember genehmigte die US-Zulassungsbehörde FDA die erste orale GLP-1-Therapie gegen Adipositas – einmal täglich Semaglutid 25 mg als Tablette. Der Marktstart erfolgte am 5. Januar 2026, und bis zum 23. Januar wurden bereits rund 50.000 wöchentliche Verschreibungen gezählt. Die Nachfrage konzentriert sich bislang auf die 1,5-mg-Startdosis im Selbstzahler-Segment.

Ob die Tablette den Rückgang bei den injizierbaren Adipositas-Präparaten kompensieren kann, bleibt abzuwarten. Im Ausblick hat Novo Nordisk verschiedene Szenarien einkalkuliert – von Marktdurchdringung über mögliche Kannibalisierungseffekte bis hin zur Verteilungsmischung zwischen den Kanälen.

Pipeline liefert positive Signale

Abseits der düsteren Geschäftsprognose gibt es Fortschritte in der Entwicklung. Eine Phase-2-Studie mit Zenagamtide (früher Amycretin) zeigte bei Typ-2-Diabetes signifikante Gewichtsreduktion und Blutzuckersenkung. Die Phase-3-Studie REIMAGINE 2 mit CagriSema bei Diabetes wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Mittel erreichte in Woche 68 bei allen getesteten Dosierungen bessere Werte bei Blutzuckerkontrolle und Gewichtsverlust als reines Semaglutid.

CagriSema, eine wöchentliche Injektion mit zwei kombinierten Wirkstoffen, könnte die erste Amylin-basierte Kombinationstherapie werden. Die Zulassung zur Gewichtskontrolle wurde im Dezember bei der FDA beantragt.

Aktionäre bekommen Dividende und Buyback

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Schlussdividende von 7,95 Kronen je Aktie vor, womit sich die Gesamtdividende auf 11,70 Kronen belaufen würde. Zusätzlich startet ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 15 Milliarden Kronen. Das dürfte zumindest kurzfristig stützend wirken – am grundsätzlichen Preisdruck und Margenschwund ändert es allerdings nichts.

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