Coinbase Aktie: Kontinuität bestätigt
Coinbase stellt sich offen gegen den aktuellen Entwurf des US-Gesetzes zur Krypto-Marktstruktur – und bringt damit den politischen Prozess vorerst zum Stillstand. CEO Brian Armstrong erklärte, „kein Gesetz ist besser als ein schlechtes Gesetz“ und verschärft damit die Fronten zwischen Branche und Gesetzgebern. Die Aktie reagiert mit leichten Verlusten, während Anleger die möglichen Folgen für das Geschäftsmodell neu bewerten.
Kursreaktion und Volatilität
Nach einem Schlusskurs von 255,86 US‑Dollar am Mittwoch geriet die Aktie heute unter Verkaufsdruck und notiert aktuell bei rund 250,30 US‑Dollar. Das entspricht einem Rückgang von etwas mehr als 2 %.
Die Spanne der bisherigen Tageskurse liegt zwischen 250,24 und 263,07 US‑Dollar. Das deutet auf erhöhte Schwankungen hin, während der Markt die neue regulatorische Unsicherheit einpreist.
Wesentliche Fakten im Überblick:
- Kursrückgang: gut 2 % gegenüber Vortag
- Tagesrange: 250,24–263,07 US‑Dollar
- Marktkapitalisierung: etwa 71,75 Mrd. US‑Dollar
- Handelsvolumen: über 10,8 Mio. Aktien (Durchschnitt: 8,61 Mio.)
Die Kernpunkte des Gesetzesstreits
Aus Sicht von Armstrong enthält der aktuelle Entwurf mehrere zentrale Knackpunkte, die sowohl das Geschäftsmodell von Coinbase als auch die Kryptoindustrie insgesamt belasten würden. Das Unternehmen sieht darin eine Verschlechterung gegenüber dem Status quo der Regulierung.
Im Fokus stehen insbesondere folgende Aspekte:
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Verbot von Stablecoin-Renditen:
Der Entwurf zielt offenbar darauf ab, Erträge auf Stablecoins zu unterbinden. Für Coinbase wäre das ein direkter Eingriff in eine wichtige Ertragsquelle: Allein im dritten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen damit rund 355 Mio. US‑Dollar Umsatz. Auf das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Stablecoin-Erträge auf etwa 1,3 Mrd. US‑Dollar. -
Einschränkungen für DeFi:
Vorgesehen sind Regelungen, die nach Darstellung von Coinbase einen „unbegrenzten staatlichen Zugang zu Finanzdaten“ von DeFi‑Protokollen ermöglichen würden. Das würde die Attraktivität dezentraler Anwendungen aus regulatorischer Sicht grundlegend verändern. -
Tokenisierte Aktien:
Die aktuelle Formulierung läuft laut Kritikern auf ein faktisches Verbot tokenisierter Aktien hinaus – einem Bereich, den Coinbase als künftiges Wachstumsfeld betrachtet. -
Schwächung der CFTC:
Anstatt der Rohstoffaufsicht CFTC mehr Kompetenzen im Kryptobereich zu geben, würde der Entwurf deren Rolle sogar zurückstutzen. Damit bliebe eine klare Zuständigkeitsordnung in weiten Teilen offen.
Mit der klaren Ablehnung des Entwurfs nimmt Coinbase in Kauf, dass die zuständigen Ausschüsse im US‑Senat – Landwirtschaft sowie Banken – ihre geplanten Sitzungen verschoben haben. Kurzfristig verlängert sich damit die Phase der Unsicherheit, gleichzeitig gewinnt das Unternehmen Zeit, um Änderungen im Gesetzestext zu erreichen.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz des politischen Gegenwinds und des jüngsten Kursrückgangs bleiben institutionelle Analysten bei einer grundsätzlich positiven Einschätzung der Aktie.
- Die Investmentbank BTIG bestätigte am Mittwoch ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 420 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs würde das einem Aufwärtspotenzial von deutlich mehr als 60 % entsprechen.
- Bereits Anfang Januar 2026 hatte Bank of America Securities die Aktie auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 340 US‑Dollar genannt.
- Goldman Sachs erhöhte sein Kursziel auf 303 US‑Dollar.
Diese Bewertungen spiegeln Vertrauen in die operativen Grundlagen wider. Coinbase erzielte in den vergangenen zwölf Monaten einen Nettogewinn von 3,22 Mrd. US‑Dollar – trotz der nun eskalierenden Auseinandersetzungen um die Regulierung.
Finanzielle Dimension des Konflikts
Der Streit um das Gesetz ist eng mit der Ertragslage verknüpft. Stablecoin-Erträge in Höhe von rund 1,3 Mrd. US‑Dollar im Jahr 2025 tragen erheblich zum Ergebnis bei und gelten als margenträchtig. Ein gesetzliches Verbot oder eine scharfe Beschneidung dieser Renditen würde die Profitabilität spürbar treffen.
Mit der Blockade des aktuellen Entwurfs versucht das Management, diese Erlösquelle zu sichern und gleichzeitig beim Thema DeFi und tokenisierte Assets mehr Planungssicherheit zu erreichen. Kurzfristig führt die Verzögerung zwar zu Kursdruck, mittel- bis langfristig könnte ein überarbeiteter Entwurf jedoch einen aus Sicht von Coinbase tragfähigeren Rahmen schaffen.
Marktumfeld und Ausblick
Die Aktie notiert deutlich unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 444,65 US‑Dollar, aber klar über dem Zwölfmonatstief von 142,58 US‑Dollar. Das aktuell überdurchschnittliche Handelsvolumen von mehr als 10,8 Mio. Papieren (im Vergleich zu durchschnittlich 8,61 Mio.) zeigt, wie stark der Markt auf die regulatorische Entwicklung reagiert.
Im Fokus steht nun, wann der US‑Senat die verschobenen Anhörungen nachholt und ob der CLARITY Act vorab Änderungen erfährt – insbesondere bei Stablecoins, DeFi‑Regeln und tokenisierten Aktien. Diese Anpassungen werden maßgeblich bestimmen, wie stark die geplanten Vorgaben künftig in das Geschäftsmodell von Coinbase eingreifen.
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