Coinbase Aktie: Kapitulation angesagt?
Coinbase beendet das Börsenjahr 2025 mit Gegenwind: Politischer Druck auf Stablecoins, ein gesenkter Analysten-Ausblick und Sicherheitsvorfälle bremsen die Fantasie – trotz klarer Wachstumspläne im Hintergrund. Entscheidend ist die Frage, ob die US-Regulierung der Kryptobörse im Wettbewerb mit China einen Nachteil verpasst und kurzfristig das Geschäft mit Privatanlegern belastet.
Politische Warnung zum Jahresende
Am 31. Dezember schlug Coinbase politisch deutliche Töne an. Chef-Lobbyist Faryar Shirzad kritisierte öffentlich die bereits im Juli 2025 verabschiedete US-Gesetzgebung „GENIUS Act“. Zentrales Problem aus Sicht des Unternehmens: US-Stablecoin-Emittenten dürfen keine verzinsten Produkte anbieten.
Der Zeitpunkt der Warnung war nicht zufällig. Hintergrund sind Berichte, dass Chinas Notenbank ab dem 1. Januar 2026 auf den digitalen Yuan (e-CNY) Zinsen zahlen will. Shirzad sieht dadurch die Gefahr, dass die USA ohne attraktive Ertragskomponente beim „digitalen Dollar“ Boden an staatlich gestützte Konkurrenz verlieren. Diese Sorge vor einem strategischen Standortnachteil setzte zum Jahresultimo einen vorsichtigen Ton im Markt.
Die Debatte macht einen Zielkonflikt sichtbar: Einerseits wollen die USA Stablecoins regulieren und sicherer machen, andererseits könnten zu strikte Vorgaben deren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber staatlichen Digitalwährungen schwächen.
Analysten dämpfen Erwartungen
Zur gedämpften Stimmung trug kurz vor Jahresende auch eine deutlichere Kurszielsenkung bei. Am 29. Dezember senkte Needham-Analyst John Todaro sein Ziel für die Coinbase-Aktie von 400 auf 290 US-Dollar, ließ die Einstufung aber bei „Buy“. Begründung: Erwartet werden in nächster Zeit verhaltene Handelsvolumina im Retail-Bereich.
Am Markt kam die Botschaft an. Die Aktie rutschte in den letzten Handelstagen des Jahres zurück und beendete die Woche gestern bei 226,31 US-Dollar. Damit liegt der Kurs rund 37 % unter dem 52‑Wochen-Hoch vom Juli, obwohl er deutlich über dem Tief von Anfang April notiert. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 72,8 signalisiert dabei eher überkaufte als panikartige Zustände – die Schwäche wirkt somit eher wie eine Konsolidierung nach einer volatilen Phase als wie ein Ausverkauf.
Die Kurszielanpassung fügt sich in ein übergeordnetes Bild: Nach dem „Krypto-Winter“-Narrativ im späten Jahr 2025 schauen viele Investoren stärker auf konkrete Volumina und weniger auf langfristige Visionen.
Expansion in Prognosemärkte
Strategisch bleibt Coinbase offensiv. Das Unternehmen treibt seine „Everything Exchange“-Strategie voran und arbeitet derzeit an der Integration von The Clearing Company, einer Plattform für Prognosemärkte. Die Übernahme war am 22. Dezember angekündigt worden.
Mit dem Zukauf will Coinbase regulierte, ereignisbasierte Kontrakte anbieten und sich damit breiter aufstellen als reine Krypto-Handelsplattform. Ziel ist es, zusätzliche Ertragsquellen außerhalb klassischer Transaktionsgebühren zu erschließen und in einem Markt mit einem Volumen von rund 14 Milliarden US-Dollar mitzumischen. Der Abschluss der Transaktion wird für Januar 2026 erwartet und könnte mittelfristig helfen, die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Kryptohandel zu reduzieren.
Sicherheit: Aufarbeitung der Datenpanne
Parallel arbeitet Coinbase an der Aufarbeitung eines internen Sicherheitsfalls. Am 26. Dezember bestätigte CEO Brian Armstrong die Festnahme eines früheren Kundenservice-Mitarbeiters in Hyderabad, Indien, im Zusammenhang mit dem Datenleck vom Mai 2025. Die Verhaftung durch lokale Behörden gilt als wichtiger Schritt, um die damalige Insider-Bedrohung aufzuarbeiten, die das Vertrauen vieler Anleger belastet hatte.
Zusätzlich wurden am 31. Dezember Berichte bekannt, wonach ein kanadischer Betrüger identifiziert wurde, der in separate Social-Engineering-Angriffe verwickelt sein soll. Coinbase kooperiert nach eigenen Angaben eng mit Strafverfolgern, um solche Angriffe einzudämmen und die Plattform zu sichern. Die Vorgänge unterstreichen, wie zentral das Thema Sicherheit für das Geschäftsmodell bleibt.
Bewertung und Ausblick
Die aktuelle Lage zeigt eine deutliche Diskrepanz: Während Coinbase mit Übernahmen und neuen Produkten seine Rolle als breiter aufgestellte Finanzinfrastruktur-Plattform ausbaut, bewertet der Markt vor allem kurzfristige Faktoren wie Handelsvolumen und regulatorische Risiken.
Die wichtigsten Stellschrauben für die kommenden Monate sind:
- Regulierung: Ob der US-Kongress die Zinsschranken im GENIUS Act anpasst, könnte entscheidend dafür sein, wie konkurrenzfähig US-Stablecoins gegenüber dem zinstragenden e‑CNY werden.
- Integration von Prognosemärkten: Gelingt der reibungslose Start von The Clearing Company und bringt das Segment messbare Zusatzumsätze, stärkt das die Diversifizierung der Erlöse.
- Quartalszahlen: Der Q4-Bericht im Februar 2026 wird zeigen, ob neue Geschäftsfelder zumindest teilweise die von Needham erwartete Schwäche im Retail-Trading abfedern können.
Technisch liegt die Aktie mit rund 3 % unter ihrem 50‑Tage-Durchschnitt und gut 10 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt, was den jüngsten Rücklauf bestätigt. Für 2026 werden damit vor allem zwei Signale wichtig: Ob Coinbase regulatorisch mehr Spielraum bei Stablecoins erhält – und ob die neuen Produkte genug Traktion entwickeln, um die Abhängigkeit vom klassischen Kryptohandel sichtbar zu verringern.
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