NASDAQ 100: Abwärtsspirale gestoppt?
Der Nasdaq 100 startet heute mit schwerem Gepäck in den Handel. Vorbörslich deuten die Futures auf deutliche Verluste hin – und damit auf eine Fortsetzung der nervösen Stimmung, die den Tech-Index seit Tagen prägt. Im Mittelpunkt stehen gleich zwei Kurstreiber: die Lage im Nahen Osten und die Zahlen von Broadcom nach US-Börsenschluss.
Mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig
Schon gestern war die Sitzung von starken Ausschlägen geprägt. Zwar holten die US-Indizes einen Teil ihrer zwischenzeitlich deutlichen Verluste wieder auf, am Ende blieb beim Nasdaq 100 jedoch ein Minus von 1,1% stehen. Auslöser der Erholung war vor allem, dass eine US-Zusage zur Absicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus den Ölpreis von den Tageshochs zurückholte. Das nahm auch etwas Druck von den zuvor gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt – ein wichtiger Punkt, weil höhere Renditen wachstumsstarke Tech-Titel oft besonders belasten.
Heute kommt zusätzlich die typische „Abwarten“-Haltung vor wichtigen Terminen hinzu. Am Nachmittag werden die Protokolle der letzten Fed-Sitzung (FOMC Minutes) erwartet. Nach Börsenschluss liefert Broadcom dann die nächste große Orientierung für den Chip-Sektor – und damit indirekt für den gesamten Index.
Chipwerte im Fokus – Broadcom als Schlüsselfaktor
Halbleiter gelten derzeit als eine der empfindlichsten Ecken im Nasdaq 100. In den vergangenen Sitzungen gerieten große Namen unter Druck, während das geopolitische Risiko und der Zinsfaktor gleichzeitig auf die Stimmung drückten.
Vorbörslich verschärft sich das Bild: Micron verliert rund 8%, Intel gut 5%, TSMC gut 4% und AMD knapp 4%. Solche Bewegungen verstärken den Gegenwind für den Index, weil Chips in vielen Tech-Portfolios ein Kernbaustein sind.
Besonders entscheidend wird Broadcom. Das Unternehmen legt heute nach US-Börsenschluss Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor und gibt einen Ausblick. Im Markt steht für das Quartal eine Umsatzprognose von 19,21 Mrd. US-Dollar im Raum. Da Broadcom im Nasdaq 100 stark gewichtet ist, dürfte eine Abweichung – nach oben oder unten – spürbare Auswirkungen auf Index und Stimmung in der gesamten Chip-Gruppe haben.
Chartbild: Wichtige Marken rücken näher
Technisch hat sich die Lage in der vergangenen Woche klar eingetrübt. Der Index prallte am 2. März an seiner 100-Tage-Linie ab und rutschte anschließend unter die psychologisch wichtige 25.000er-Marke. Das wird am Markt häufig als „fehlgeschlagener Ausbruch“ gewertet – ein Muster, das Korrekturen begünstigen kann.
Vorbörslich laufen die Futures in Richtung der jüngsten Tiefs um 24.400 Punkte. Darunter rückt die Zone um 24.000 Punkte als nächster größerer Unterstützungsbereich in den Blick. Gleichzeitig wird die 200-Tage-Linie zu einer Schlüsselmarke: Sie war laut Datenlage seit rund neun Monaten intakt und steht nun kurz vor einem Test. Können die Tech-Titel diesen Bereich verteidigen? Das hängt in den nächsten Stunden vor allem an Fed-Tonlage, Ölpreis und Broadcom.
Zum Oberseite nennt der Markt Widerstände um 25.036 Punkte; eine Erholung würde zudem erst dann wieder klarer wirken, wenn der Index die 25.000 zurückerobert.
Fed, Öl und Dollar: Der schwierige Mix
Zinsseitig bleibt der Nasdaq 100 anfällig. Die Fed hatte Ende Januar den Leitzins unverändert bei 3,5% bis 3,75% belassen – nach drei Zinssenkungen im Jahr 2025. Gleichzeitig bremsten Fed-Vertreter die Hoffnung auf schnelle weitere Schritte: Zwar lag die Inflation zuletzt bei 2,4% (Januar), doch der Weg zum 2%-Ziel gilt als zäher als erwartet. Laut FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der Sitzung in diesem Monat (18. März) unter 3%.
Parallel sorgt der Ölpreis für neue Inflationssorgen. Nach dem Aufflammen der Gewalt im Nahen Osten sprang Rohöl zu Wochenbeginn zeitweise um mehr als 8% nach oben, auch wegen der Bedeutung der Straße von Hormus für rund 20% der weltweiten Öltransporte. Die Ankündigung von Präsident Donald Trump, Tanker eskortieren zu lassen, dämpfte die akuten Versorgungsängste zwar etwas – die Risiko-Prämie bleibt aber im Markt.
Dazu kommt der stärkere Dollar: Der Dollarindex stieg zu Wochenbeginn deutlich, was bei vielen multinationalen Tech-Konzernen als Belastungsfaktor für Gewinne wirken kann.
Unterm Strich ist der Index damit bereits angeschlagen: Im Februar verlor der Nasdaq 100 2,3%, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 1,1%.
Zum nächsten Taktgeber wird nach Broadcom schon am Freitag der US-Arbeitsmarkt: Dann erscheinen die Februar-Daten zu den neuen Stellen (Nonfarm Payrolls). Erwartet werden rund 60.000 neue Jobs – nach 130.000 im Januar.
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