Circus SE setzt ihren Expansionskurs fort und holt sich mit der LBBW-Tochter MMV Leasing einen Partner ins Boot, um den Vertrieb ihrer KI-Roboter 2026 deutlich zu beschleunigen. Während operativ die Weichen gestellt werden, bleibt der Aktienkurs am unteren Ende der Spanne gefangen. Gelingt mit dem neuen Finanzierungsmodell der Sprung aus der Bewertungsflaute?

Leasing als Schlüssel für schnelleres Wachstum

Kern der am Freitag gemeldeten Vereinbarung ist der Aufbau standardisierter Leasingmodelle für die KI-gestützten Robotik-Systeme von Circus SE. Statt hoher einmaliger Investitionen sollen Kunden die Roboter künftig über laufende Leasingraten beziehen können.

Damit adressiert das Unternehmen eine zentrale Hürde für den Einsatz von Industrie- und Servicerobotern: den hohen Kapitalbedarf zu Beginn eines Projekts. Durch die Umwandlung von Investitionsausgaben (Capex) in laufende Betriebskosten (Opex) wird der Einstieg kalkulierbarer und für viele Unternehmen überhaupt erst umsetzbar.

Die wichtigsten Punkte der Kooperation im Überblick:

  • Partner: MMV Leasing GmbH, Teil der LBBW-Gruppe
  • Ziel: Finanzierung und Skalierung der KI-Robotik-Systeme im Jahr 2026
  • Modell: Leasing statt Direktkauf, Verschiebung von Capex zu Opex
  • Timing: Erste Verträge unter dem neuen Rahmen bereits im 1. Quartal 2026 angepeilt

Operativ soll die Partnerschaft den für 2026 geplanten flächigen Rollout der Systeme absichern – sowohl logistisch als auch finanziell. Das Handelsvolumen von rund 75.000 Xetra-Aktien am Tag der Meldung deutet auf ein erhöhtes Interesse professioneller Adressen hin, auch wenn der Kurs selbst nur verhalten reagierte.

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Dichte Newsfolge, schwacher Kurs

Die Kooperation mit MMV steht nicht für sich allein, sondern fügt sich in eine Serie von Expansionsschritten ein:

  • Anfang Januar 2026 startete der Handel von American Depositary Receipts (ADRs) in den USA, um den Zugang zu internationalen Investoren zu verbessern.
  • Im Dezember 2025 wurde eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um Wachstum und Skalierung zu finanzieren.
  • Ebenfalls im Dezember meldete Circus SE mit Mercedes den ersten Kunden aus der Automobilindustrie.

Trotz dieser Meldungen notiert die Aktie auf Jahressicht deutlich im Minus. Am Freitag schloss das Papier bei 10,95 Euro und markierte damit zugleich ein neues 52‑Wochen-Tief. Der Abstand zum Hoch von 24,40 Euro Mitte Januar 2025 beträgt inzwischen gut 55 Prozent.

Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen:

  • 12-Monats-Performance: rund -54 %
  • Kurs exakt am 52‑Wochen-Tief (10,95 Euro)
  • Deutliche Distanz zu den gleitenden Durchschnitten (ca. -27 % zum 200‑Tage-Schnitt)
  • RSI (14 Tage) bei 35,2 – nahe dem überverkauften Bereich

Die Diskrepanz zwischen positivem Newsflow und schwachem Kursverlauf legt nahe, dass der Markt nun weniger auf Ankündigungen und mehr auf den konkreten Umsatzhochlauf mit nachweisbaren Skaleneffekten schaut.

Q1 2026 wird zum Härtetest

Im Vordergrund steht kurzfristig die Umsetzung der Leasing-Offensive mit MMV. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten ersten Verträge im laufenden ersten Quartal tatsächlich zustande kommen und in welchem Umfang.

Technisch versucht die Aktie, nach der steilen Korrektur einen Boden zu finden. Der Kurs liegt mit -2,67 % auf Wochensicht und -10,61 % auf Sieben-Tage-Sicht weiter unter Druck, zugleich deutet der niedrige RSI auf eine gewisse Marktermüdung hin. Ein nachhaltiger Anstieg über den Bereich um 11,50 Euro wäre ein erstes Signal, dass die Käufer wieder mehr Vertrauen fassen.

Fundamental bleibt die Bewertung anspruchsvoll: Die aktuelle Marktkapitalisierung setzt voraus, dass die Wachstumsstrategie weitgehend ohne größere Rückschläge aufgeht. Konkrete Leasingabschlüsse im ersten Quartal 2026 wären daher ein wichtiger Meilenstein, um die bestehende Skepsis abzubauen und die Lücke zwischen operativem Anspruch und Kursentwicklung zu verkleinern.

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