Wenn ein Verwaltungsratschef direkt nach einem Jahrestief zugreift, ist das zumindest ein Signal, das Anleger nicht ignorieren. Bei Circus trifft dieser Insiderkauf auf eine heikle Gemengelage: Operative Pilotprojekte laufen an, der Kurs hängt aber weiter deutlich unter wichtigen Durchschnittslinien. Kann der Kauf das Vertrauen stützen, obwohl die Aktie charttechnisch angeschlagen bleibt?

Insider greift nach dem Tief zu

Laut EQS-Mitteilung vom 25. Februar 2026 kaufte Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins Circus-Aktien zu 7,26 Euro je Stück. Das Gesamtvolumen lag bei 10.076,88 Euro, gehandelt über Xetra. Der Zeitpunkt ist auffällig: Nur einen Tag zuvor markierte der Titel mit 7,16 Euro (24. Februar 2026) das 52-Wochen-Tief.

Bereits Ende Januar und Anfang Februar hatte auch das CEO-nahe Umfeld über eine Beteiligungsgesellschaft mehrfach zugekauft. Solche Directors’ Dealings sind zunächst ein Fakt – keine Garantie für eine schnelle Trendwende. In der Summe entsteht aber ein Muster wiederholter Käufe aus dem Management-Umfeld.

Kursbild bleibt schwach

Trotz des Insiderinteresses ist das Chartbild weiter belastet. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 7,72 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 14,79% zu Buche, seit Jahresanfang sogar -35,93%. Zum 52-Wochen-Hoch von 24,20 Euro (17. März 2025) beträgt der Abstand -68,10% – die Aktie sucht also weiterhin nach einem stabilen Boden.

Auch die Trendindikatoren unterstreichen den Druck: Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,04 Euro liegt der Kurs rund 23% niedriger. Der RSI (14 Tage) steht bei 35,2 und signalisiert eine weiterhin schwache technische Verfassung. Gleichzeitig bleibt die Schwankungsbreite hoch: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 66,05%.

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Operative Meilensteine – aber Auswertungen stehen noch aus

Parallel zur Kursschwäche meldet Circus konkrete Fortschritte bei Pilotprojekten. Seit Januar 2026 gibt es einen Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen. Der KI-Kochroboter CA-1 soll dort unter dem Label „Circus Defence“ zum Einsatz kommen.

Zusätzlich wurde ein Rahmenabkommen mit BRAVE1, der ukrainischen Plattform für Verteidigungstechnologie, unterzeichnet. Der Fokus liegt zunächst auf autonomen Versorgungssystemen, mittelfristig will Circus das Portfolio auf weitere autonome Verteidigungssysteme ausweiten.

Im zivilen Bereich läuft eine achtmonatige Testphase in Düsseldorfer REWE-Filialen unter „Fresh & Smart“. Der CA-1 kann laut Unternehmensangaben bis zu 36 gekühlte Zutaten verwalten und gleichzeitig bis zu fünf Gerichte zubereiten. Der entscheidende Punkt: Über eine breitere Integration soll erst nach Auswertung von Kundenbefragungen und Leistungsdaten aus dem Realbetrieb entschieden werden.

Ambitionierte Prognose, weiter hoher Kapitalbedarf möglich

Finanziell bleibt die Lage anspruchsvoll. Für 2026 stellt Circus Umsätze von 44 bis 55 Mio. Euro in Aussicht, bei einem negativen EBITDA von 6 bis 8 Mio. Euro. 2025 lagen die Umsätze erst bei 0,25 Mio. Euro, bei einem Betriebsverlust von knapp 15 Mio. Euro.

Zudem prüft die Gesellschaft die Aufnahme zusätzlichen Wachstumskapitals – konkrete Entscheidungen zu Umfang oder Zeitpunkt wurden bisher nicht genannt.

Unterm Strich trifft ein sichtbares Insiderkauf-Signal auf ein weiter angeschlagenes Kursbild. Der nächste Prüfstein sind die belastbaren Zwischenergebnisse aus Bundeswehr- und REWE-Pilotphasen: Genau diese Daten dürften den Rahmen dafür setzen, wie realistisch Skalierung und eine mögliche Finanzierung zu vertretbaren Konditionen diskutiert werden können.

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