Wenn eine Aktie am Jahrestief klebt, schauen Anleger besonders genau hin: Kaufen Insider jetzt aus Überzeugung – oder ist es nur ein symbolisches Signal? Bei Circus SE kommt beides zusammen: frische Zukäufe aus der Führungsebene und gleichzeitig eine operative Pipeline, die 2026 plötzlich einen gewaltigen Umsatzsprung liefern soll.

Der Haken: Zwischen der Umsatzrealität 2025 und der Prognose für 2026 klafft eine Lücke, die erst mit belastbaren Pilot-Ergebnissen geschlossen werden muss.

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Insiderkauf nach Tiefstmarke

Kurz nach dem neuen 52-Wochen-Tief griff Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zu. Laut EQS-Mitteilung kaufte er am 25. Februar Aktien im Gesamtwert von 10.076,88 Euro (über Xetra). Auch aus der Führungsebene folgten zeitnah weitere Zukäufe. Zudem hatte die Nikolas Bullwinkel Beteiligungs UG bereits Ende Januar/Anfang Februar erneut Aktien erworben – eingebettet in eine Serie von Transaktionen seit Ende Januar.

An der Börse blieb die Lage trotzdem angespannt: Heute notiert die Aktie bei 7,22 Euro und damit nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 7,16 Euro. Auf 30 Tage steht jedoch ein Minus von 23,19% zu Buche, seit Jahresanfang sind es -40,08%. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch (24,20 Euro) liegt bei rund -70%.

2025 vs. 2026: Die große Prognose-Lücke

Die Zahlen für 2025 zeigen, wie früh die Entwicklung noch ist: Der Umsatz lag bei 0,25 Mio. Euro, gleichzeitig fiel ein Betriebsverlust von 14,94 Mio. Euro an. Genau dieser Kontrast macht die 2026er-Ansage so zentral.

Für 2026 stellt das Management Erlöse von 44 bis 55 Mio. Euro in Aussicht. Beim EBITDA rechnet Circus mit -6 bis -8 Mio. Euro. Die Verbesserung soll schrittweise kommen – durch mehr Auslieferungen und einen wachsenden Anteil wiederkehrender Software-Erlöse. Parallel prüft das Unternehmen zusätzliches Wachstumskapital (Eigen- oder Fremdkapital), ohne bislang Umfang oder Zeitpunkt festzulegen.

Pilotprojekte und Produktion: Skalierung als Test

Operativ verweist Circus auf mehrere Projekte: Seit Januar läuft ein Bundeswehr-Vertrag zur autonomen Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen („Circus Defence“). Im zivilen Bereich startete in Düsseldorfer REWE-Filialen eine achtmonatige Testphase („Fresh & Smart“). Außerdem plant Mercedes-Benz Gastronomie ab Sommer 2026 den Einsatz des CA-1 im Werk Sindelfingen. Weitere Partnerschaften bestehen mit HEM sowie Mangal x LP10 (langfristig bis zu 2.400 Roboter).

Für die Industrialisierung soll Celestica als Fertigungspartner helfen; die erste Produktionsstätte ist auf bis zu 6.000 CA-1-Einheiten pro Jahr ausgelegt. Zusätzlich will Circus mit MMV Leasing ein Leasing-Modell starten (geplant noch im ersten Quartal 2026), um hohe Anschaffungskosten für Kunden in planbare Betriebsausgaben zu überführen.

Am Markt spiegelt sich die Unsicherheit weiterhin im Trendbild: Der Kurs liegt rund 26,56% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (9,83 Euro). Der RSI von 35,2 signalisiert eine schwache technische Verfassung, bei zugleich hoher 30-Tage-Volatilität von 66,83%.

Entscheidend dürften die Zwischenergebnisse aus den Pilotphasen sein: Sie liefern die Datenbasis, ob Auslieferungen tatsächlich skalieren – und ob eine mögliche Finanzierung zu vertretbaren Konditionen überhaupt auf ein belastbares Fundament gestellt werden kann.

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