Chevron Aktie: Raus aus Angola, rein in Venezuela
Chevron sortiert sein Portfolio gerade grundlegend um. Der US-Energiekonzern verkauft reife Offshore-Anlagen in Angola und drängt gleichzeitig in Venezuela auf eine historisch bedeutsame Expansion — ein Doppelzug, der das Upstream-Geschäft des Unternehmens neu ausrichtet.
Angola: 260 Millionen Dollar für Wachstumskapital
Konkret veräußert Chevron seine Anteile an den angolanischen Offshore-Blöcken 14 und 14K an das britische Unternehmen Energean für 260 Millionen US-Dollar. Die Blöcke produzieren zusammen rund 42.000 Barrel Öl pro Tag. Zusätzlich zur Kaufsumme sind jährliche Bonuszahlungen von bis zu 25 Millionen Dollar möglich, die sich je nach Ölpreis und Produktionsniveau bis 2038 ergeben können — bei einer Gesamtobergrenze von 250 Millionen Dollar.
Der Abschluss ist für Ende 2026 geplant. In Angola bleibt Chevron dennoch präsent, unter anderem über das Angola-LNG-Projekt und weitere Blöcke.
Venezuela: Fünftes Ölfeld, größter privater Produzent?
Während Kapital aus Angola abfließt, verhandelt Chevron in Venezuela über seine bislang größte Expansion seit Jahrzehnten. Laut Reuters haben Chevron und Venezuelas Energiebehörden vorläufige Bedingungen für eine Ausweitung des Projekts Petropiar im Orinoco-Gürtel vereinbart. Das neue Fördergebiet Ayacucho 8, südlich des bestehenden Projektgebiets gelegen, verfügt über nachgewiesene Ölreserven und würde Chevron zur potenziell größten privaten Förderkraft im Orinoco machen — einer Region, die mehr als drei Viertel der venezolanischen Gesamtreserven beherbergt.
Ermöglicht wird das durch eine tiefgreifende Reform des venezolanischen Ölgesetzes, die die Nationalversammlung Ende Januar verabschiedet hat. Ausländische Unternehmen dürfen nun auch als Minderheitspartner von Staatsbetrieb PDVSA eigenständig operieren, exportieren und verkaufen. Royalties und Einkommenssteuern, bisher bei 30 beziehungsweise 50 Prozent, können seither auf Regierungsentscheid deutlich gesenkt werden. Zudem sind internationale Schiedsverfahren bei Streitigkeiten jetzt zulässig.
Chevron produziert derzeit rund 200.000 Barrel pro Tag in Venezuela — gemessen an der globalen Gesamtproduktion ein überschaubarer Anteil, aber mit erheblichem Wachstumspotenzial.
Solide Basis, klare Wachstumsziele
Die strategischen Portfolioverschiebungen begleiten ein ambitioniertes Produktionsziel: Chevron plant bis 2030 ein jährliches Wachstum von zwei bis drei Prozent, was bei einem Ölpreis von 70 Dollar je Barrel ein freies Cashflow-Wachstum von über zehn Prozent jährlich ermöglichen soll. Das Unternehmen hält seinen Dividenden- und Investitionskosten-Breakeven unterhalb von 50 Dollar je Barrel Brent — ein struktureller Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern.
Melius Research stufte Chevron im Februar auf „Kaufen" hoch und erhöhte das Kursziel auf 205 Dollar. Als Begründung nannte der Analyst eine 50-prozentige Steigerung der Explorationsausgaben sowie zehn neue Becken-Eintritte in den vergangenen zwei Jahren. Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent zugelegt — deutlich mehr als der breite Markt. Das Erdölministerium in Caracas hat angekündigt, die laufenden Projektprüfungen bis Ende März abschließen zu wollen. Dann dürfte klarer werden, wie konkret die Venezuela-Ambitionen tatsächlich werden.
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