Morgan Stanley hat das Kursziel für den US-Ölmulti drastisch nach oben geschraubt und befeuert damit die aktuelle Aufwärtsbewegung. Während die Analysten aufgrund sprudelnder Margen weiteres Potenzial sehen, zeichnet sich hinter den Kulissen ein anderes Bild ab. Das Management nutzt die hohen Kurse offenbar, um im großen Stil eigene Anteile abzustoßen.

Margen treiben die Bewertung

Die Investmentbank Morgan Stanley hob am Freitag ihr Kursziel von 174 auf 212 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung "Overweight". Verantwortlich für den Optimismus sind deutlich nach oben korrigierte Prognosen für Energiepreise. Die Experten rechnen für 2026 mit 44 Prozent höheren Preisen für die US-Sorte WTI, auch die Erwartungen für Flüssiggas (LNG) und Raffineriemargen stiegen kräftig.

Diese Aussichten überlagern die gemischten Zahlen des abgelaufenen vierten Quartals 2025. Zwar übertraf der Gewinn je Aktie mit 1,52 US-Dollar die Erwartungen, der Umsatz blieb jedoch mit 45,79 Milliarden US-Dollar unter den Schätzungen. Als Ausgleich für die Aktionäre hob das Unternehmen die Quartalsdividende auf 1,78 US-Dollar an, was einer jährlichen Rendite von etwa 3,4 Prozent entspricht.

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Hohe Bewertung und Insider-Verkäufe

An der Börse spiegelt sich das positive Umfeld bereits wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 183,46 Euro und markierte damit exakt ihr neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf beachtliche 37,9 Prozent. Diese Rally hat jedoch ihren Preis: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,82 ist der Titel mehr als doppelt so teuer wie der Branchendurchschnitt.

Diese sportliche Bewertung nutzen offenbar auch Firmeninsider. In den vergangenen 90 Tagen trennte sich das Management von rund 1,1 Millionen Aktien im Wert von über 196 Millionen US-Dollar. Entsprechend vorsichtiger agiert der breite Markt: Der Analystenkonsens lautet lediglich "Halten" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 186,50 US-Dollar.

Operative Hürden in Australien

Neben der Bewertung müssen Anleger auch operative Risiken einkalkulieren. Extreme Wetterbedingungen in Westaustralien zwangen den Konzern, die Produktion auf der Wheatstone-LNG-Plattform auszusetzen und Teile der Gorgon-Anlage vom Netz zu nehmen. Da diese Standorte mehr als fünf Prozent des weltweiten LNG-Angebots ausmachen, stützt der Ausfall paradoxerweise die globalen Preise. Zusammen mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hält dies die Ölpreise auf hohem Niveau, wobei Brent-Rohöl aktuell über der Marke von 100 US-Dollar notiert.

Für das anstehende erste Quartal rechnet der Markt mit einem Gewinn von 1,77 US-Dollar je Aktie, was einem Rückgang von knapp 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 kalkulieren Analysten aktuell mit einem Gewinn von 8,05 US-Dollar je Anteilsschein bei einem Umsatz von rund 193 Milliarden US-Dollar.

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