Chevron-CEO Mike Wirth nutzte die diesjährige CERAWeek-Konferenz in Houston für eine ungewöhnlich breite Lageeinschätzung: Venezuela, der Hormuz-Schock und das eigene Portfolio — alle drei Themen landeten auf dem Tisch. Die Botschaften dahinter sind unterschiedlich, aber zusammen zeichnen sie ein klares Bild davon, wohin Chevron steuert.

Hormuz: Markt unterschätzt die Lage

Wirth warnte, dass der Ölterminmarkt die tatsächliche Lieferknappheit durch die Schließung der Straße von Hormuz noch immer nicht vollständig einpreist. Das physische Angebot sei deutlich enger als die Futures-Preise vermuten lassen. Tankerverkehr ist eingebrochen, Golfstaaten konnten ihre Produktion nicht exportieren, und Infrastruktur in der Region wurde durch iranische Angriffe beschädigt.

Besonders angespannt ist laut Wirth die Versorgung mit Destillaten wie Diesel und Kerosin — mit Asien als besonders betroffener Region. Die Störungen seien gravierender als jene nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022. Kurz aufgehellt hatte sich die Lage am 23. März, als US-Präsident Trump mögliche Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur um fünf Tage verschob, um Verhandlungsspielraum zu schaffen.

Venezuela: Potenzial ja, Tempo nein

Chevron ist der einzige amerikanische Ölproduzent, der noch in Venezuela operiert — derzeit mit rund 250.000 Barrel pro Tag über Joint Ventures mit dem staatlichen Konzern PDVSA. Wirth sieht dort „jahrzehntelanges" Investitionspotenzial, mahnt aber zur Geduld. Das im Januar verabschiedete venezolanische Ölgesetz sei zu allgemein gehalten und lasse zu viel Interpretationsspielraum. Zugang zu internationalen Schiedsverfahren und konkretere Steueranreize wären aus Sicht des CEO Voraussetzungen für größere Kapitalzusagen.

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Sollte Washington grünes Licht geben, könnte Chevron die Produktion in Venezuela innerhalb von 18 bis 24 Monaten um bis zu 50 Prozent steigern.

Angola-Verkauf und Permian-Effizienz

Parallel zu den CERAWeek-Aussagen hat Chevron zwei Offshore-Blöcke in Angola an Energean verkauft — Block 14 (31 Prozent operierter Anteil) und Block 14K (15,5 Prozent) — für einen Basispreis von 260 Millionen US-Dollar plus mögliche Zusatzzahlungen von bis zu 250 Millionen Dollar bis 2038. Die beiden Blöcke produzieren zusammen rund 42.000 Barrel täglich. In Angola bleibt Chevron über Block 0 mit einem Anteil von 39,2 Prozent präsent, der rund 120.000 Barrel pro Tag liefert.

Im Permian-Becken setzt das Unternehmen unterdessen auf Effizienz statt Masse: Die Anzahl aktiver Bohranlagen ist auf einstellige Werte gesunken — die Produktion steigt trotzdem, getrieben durch technologische Verbesserungen.

Die Chevron-Aktie markierte heute mit 177,42 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und liegt damit rund 49 Prozent über dem Tief vom April 2025.

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