DAX: Zoll-Chaos eskaliert
Der deutsche Leitindex gerät wieder unter Druck. Nach der Gerichtsniederlage Donald Trumps am Wochenende kündigte der US-Präsident prompt neue Zölle an – zunächst zehn, später 15 Prozent auf Importe. Das Problem: Niemand weiß mehr genau, welche Abgaben nun tatsächlich gelten, ob Rückzahlungen möglich sind oder wie es mit dem EU-US-Handelsdeal weitergeht.
Der DAX verlor nach anfänglicher Hektik zum Handelsstart zwar an Dynamik, doch die Verunsicherung bleibt. Die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten ist wieder in Gefahr – und damit auch der Anlauf auf das Allzeithoch. Die Anleger wissen schlicht nicht, was sie einpreisen sollen.
Ifo-Index gibt Hoffnungsschimmer
Immerhin: Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Lebenszeichen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar deutlicher als erwartet auf 88,6 Punkte. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage besser und blicken optimistischer in die Zukunft. Industrie, Dienstleister und Baugewerbe meldeten Verbesserungen – nur der Einzelhandel schwächelte.
"Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung", kommentiert Ifo-Präsident Clemens Fuest. Ökonomen sprechen vom Klettern aus dem Konjunkturtal. Doch das Pflänzchen ist zart: 2025 gab es nur minimales Wachstum, in den beiden Jahren davor sogar Schrumpfung. Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit einem Plus von einem Prozent.
Positive Nachrichten kommen aus der Elektroindustrie: Die Exporte stiegen 2025 auf den Rekordwert von knapp 258 Milliarden Euro – trotz Zollstreit. Ein starkes Europageschäft und sprunghaft wachsende Dezember-Ausfuhren halfen dabei. Der Maschinenbau dagegen kämpft: Die weltweiten Ausfuhren sanken um 1,8 Prozent, das USA-Geschäft brach wegen der Zölle um acht Prozent ein.
Handelsdeal auf der Kippe
Besonders brisant: Das EU-Parlament hat die Ratifizierung des Handelsabkommens mit Washington auf Eis gelegt. Die Vereinbarung sah eine Zollobergrenze von 15 Prozent für EU-Importe in die USA vor. Doch nach Trumps jüngsten Ankündigungen fordert Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses, klare Zusicherungen aus Washington.
Die US-Zollbehörde hat nach dem Supreme-Court-Urteil bereits teilweise reagiert und stoppt ab Dienstag die Erhebung von Notstandszöllen. Andere Abgaben – etwa aus Gründen der nationalen Sicherheit – bleiben bestehen. Unklar ist, ob Unternehmen bereits gezahlte Milliardenbeträge zurückerhalten.
Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater mahnt zur Gelassenheit: "Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, als ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht." Andere Experten sehen die größten Baustellen ohnehin im Inland. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt: "Das Ausbleiben notwendiger breiter Wirtschaftsreformen belastet die Stimmung. Rüstungsaufträge allein machen noch keinen Aufschwung."
Die Handelswoche bleibt spannend: Quartalszahlen von Nvidia und Salesforce stehen an, dazu mehrere DAX-Unternehmen. Anleger müssen mit weiteren Trump-Äußerungen rechnen – vermutlich mit dem Ziel, die Ausgangssituation wiederherzustellen.
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