Neun Jahre, rund 22 Millionen Pfund Urankonzentrat, geschätzter Vertragswert: 2,6 Milliarden US-Dollar. Camecos Liefervereinbarung mit Indiens Atomenergiedepartement gehört zu den größten Einzelverträgen in der Geschichte des kanadischen Uranproduzenten – und das in einem Umfeld, das trotz Rekordergebnissen für Kursschwankungen sorgt.

Der Indien-Vertrag im Detail

Der Anfang März unterzeichnete Vertrag läuft von 2027 bis 2035 und basiert auf marktgekoppelten Preiskonditionen. Als Referenzpreis dient ein Benchmark von 86,95 US-Dollar pro Pfund, zugrunde gelegt wurde ein Wechselkurs von 1,36 kanadischen Dollar je US-Dollar. Weitere kommerzielle Details bleiben vertraulich.

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Indien verfolgt das Ziel, seine Kernkraftkapazität bis 2047 auf 100 Gigawatt auszubauen. Cameco sichert sich damit einen festen Platz in der indischen Brennstoffversorgung über fast ein Jahrzehnt.

Dass die Aktie unmittelbar nach der Ankündigung um rund 8 Prozent nachgab, klingt zunächst paradox. Analysten führen den Rückgang jedoch nicht auf unternehmensspezifische Bedenken zurück, sondern auf eine sektorweite Gegenbewegung: Der Uranspot-Preis hatte sich von seinen Januar-Hochs auf Mitte-80er-Dollar-Niveaus abgekühlt, was bei urannahen Aktien mit hohem Beta typischerweise Gewinnmitnahmen auslöst. Heute notiert die Aktie bei rund 120,46 US-Dollar – eine deutliche Erholung gegenüber dem Vortagsschluss von 116,14 US-Dollar.

Rekordergebnis 2025 und Westinghouse-Partnerschaft

Das operative Fundament ist solide. Im Gesamtjahr 2025 stieg der Nettogewinn auf rund 589,6 Millionen kanadische Dollar – ein Plus von 240 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Uranproduktion lag bei 21,0 Millionen Pfund. Im vierten Quartal übertraf Cameco die Konsensschätzungen deutlich: Der Gewinn je Aktie von 0,36 US-Dollar lag 0,07 US-Dollar über den Erwartungen, der Umsatz von 874,6 Millionen US-Dollar übertraf die Analystenschätzungen von 782,1 Millionen US-Dollar.

Strategisch gewinnt Cameco auch jenseits des Uranabbaus an Gewicht. Gemeinsam mit Brookfield hat das Unternehmen eine bindende Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium geschlossen, um den Einsatz von Westinghouse-Reaktoren zu beschleunigen. Die US-Regierung stellt dafür mindestens 80 Milliarden US-Dollar bereit. Cameco hält 49 Prozent an Westinghouse, das ein jährliches EBITDA-Wachstum von 6 bis 10 Prozent anpeilt. Zusätzlich erwartet Cameco aus dem Westinghouse-Anteil einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 170 Millionen US-Dollar – bedingt durch den Bau zweier Reaktoren im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany.

Analysten bleiben konstruktiv

Das Analystenbild ist überwiegend positiv: 13 Kaufempfehlungen, eine Strong-Buy-Einstufung, zwei Halteempfehlungen. Sanford C. Bernstein bestätigte Anfang Februar sein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 147 US-Dollar. Die Canadian Imperial Bank of Commerce erhöhte ihr Kursziel zuletzt auf 202 US-Dollar.

Institutionelle Investoren halten 70,21 Prozent der Aktien. Vanguard baute seine Position im dritten Quartal um 1,3 Prozent auf rund 17,8 Millionen Aktien aus.

Mit dem Indien-Vertrag, der Westinghouse-Partnerschaft und einem starken Geschäftsjahr 2025 im Rücken geht Cameco mit einer deutlich breiteren Erlösbasis ins zweite Quartal 2026 – auch wenn kurzfristige Uranpreisschwankungen den Kurs weiterhin belasten dürften.

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