BYD legt in Hongkong zu, nachdem Medien über mögliche Batterie-Lieferungen an Ford berichten. Parallel dazu treibt der Konzern seine Modelloffensive und internationale Expansion voran. Im Zentrum steht die Frage, wie stark ein Ford-Deal BYDs Rolle als globalen Batterieanbieter ausbauen könnte.

  • BYD-Aktie in Hongkong mit rund 2,5 % im Plus
  • Bericht über Batterielieferungen für Fords Hybrid-Modelle außerhalb der USA
  • Neue Flaggschiffmodelle der Ocean-Serie sowie Hybrid-Pick-up vorgestellt
  • Expansion der Marken Denza und Dolphin nach Mexiko und Brasilien angekündigt

Mögliche Batterie-Partnerschaft mit Ford

Auslöser der Kursbewegung war ein Bericht des „Wall Street Journal“, den weitere Medien aufgegriffen haben. Demnach verhandeln Ford und BYD über eine Lieferung von Batterien für Hybridmodelle, die Ford außerhalb der USA produziert und verkauft.

Die Gespräche fügen sich in Fords Strategie ein, die Investitionen in reine Elektroautos zu drosseln und stärker auf Hybride zu setzen. Hintergrund ist ein verlangsamtes Wachstum der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in einigen Märkten, während Hybride als Brückentechnologie gefragt bleiben.

Für BYD wäre ein Vertragsabschluss ein spürbarer Schritt nach vorn als globaler Batterie-Zulieferer und würde eine zusätzliche Erlösquelle außerhalb des hart umkämpften Heimatmarkts eröffnen. Branchenkreise verweisen in diesem Zusammenhang auf BYDs Kostenvorteile und technologische Stärke in der Batteriefertigung.

Ganz neu ist die Beziehung zwischen beiden Konzernen nicht: BYD liefert bereits seit 2020 Batterien für Fahrzeuge, die über ein Ford-Joint-Venture in China produziert werden. Die nun diskutierte Ausweitung auf internationale Hybridmodelle könnte diese Zusammenarbeit deutlich vertiefen.

Modelloffensive und internationale Expansion

Zusätzlich zu den Fusions- und Partnerschaftsspekulationen meldete BYD mehrere Produkt- und Marktneuigkeiten.

Zum einen bestätigte das Unternehmen zwei neue Flaggschiffe für seine Ocean-Serie:
- die Limousine Seal 08
- das SUV Sealion 08

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Beide Modelle sollen im ersten Quartal 2026 in China auf den Markt kommen und das höherwertige Segment im Inland ausbauen.

Zudem stellte BYD den BYD Shark 2026 vor, einen Plug-in-Hybrid-Pick-up. Das Modell soll Nutzwert und Hybridantrieb kombinieren und zielt auf Kunden, die Leistung und Alltagstauglichkeit verbinden wollen.

Auch geografisch weitet BYD seine Präsenz aus. Die Premium-Marke Denza ist offiziell in den mexikanischen Markt eingetreten. Darüber hinaus soll der Dolphin als Plug-in-Hybrid in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Brasilien starten. Damit unterstreicht der Konzern seinen Anspruch, in wichtigen Märkten außerhalb Chinas stärker Fuß zu fassen.

Einordnung im Branchenumfeld

Die möglichen Ford-Lieferungen fallen in eine Phase, in der viele etablierte Autohersteller ihre Elektrifizierungspläne anpassen. Langfristig bleiben die Ziele für E-Mobilität hoch, kurzfristig rücken jedoch wirtschaftlich tragfähige Konzepte in den Vordergrund – dazu gehören verstärkt Hybridantriebe.

Ford spiegelt diesen Trend wider, indem das Unternehmen die Prioritäten weg von rein elektrischen Modellen hin zu Hybriden verschiebt. Eine Kooperation mit BYD, dem weltweit größten Verkäufer von Elektrofahrzeugen, würde Ford Zugang zu erprobter und kostengünstiger Batterietechnologie verschaffen und den Rollout der eigenen Hybridflotte beschleunigen.

Gleichzeitig zeigt sich BYDs besondere Stellung im globalen Auto-Ökosystem: Der Konzern tritt einerseits als direkter Wettbewerber auf, ist andererseits aber auch ein gefragter Zulieferer. Dass Ford BYD öffentlich als starken Konkurrenten bezeichnet hat und dennoch eine Ausweitung der Zusammenarbeit prüft, unterstreicht den pragmatischen Ansatz, auf verfügbare Spitzentechnologie zu setzen – unabhängig von ihrem Ursprung.

Die Fokussierung der Gespräche auf Fords internationale Aktivitäten könnte zudem helfen, politisch und handelspolitisch sensible Fragen rund um chinesische Batterien im US-Markt zu umgehen.

Ausblick auf 2026

Anleger warten nun auf eine mögliche offizielle Bestätigung oder Konkretisierung der Verhandlungen zwischen Ford und BYD. Ein verbindlicher Vertrag würde sowohl BYDs Batteriegeschäft als auch Fords Hybridstrategie strukturell beeinflussen.

Ein weiterer wichtiger Termin steht bereits fest: BYD will die Zahlen für das vierte Quartal 2025 am 31. März 2026 vorlegen. Dann wird klarer, wie sich der anhaltende Preisdruck im chinesischen Automarkt auf Margen und Ertragskraft ausgewirkt hat und wie stark neue Modelle und Auslandsmärkte dagegenhalten.

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