BYD drängt mit Tempo in neue Märkte – von Lateinamerika über Europa bis Nordamerika. Parallel dazu laufen politische Verhandlungen, mögliche Partnerschaften mit etablierten Autoherstellern und deutliche Verschiebungen im Wettbewerb mit Tesla. Wie verändert diese Expansion die Ausgangslage für den chinesischen E-Auto-Konzern?


Durchbruch in Argentinien

BYD hat in dieser Woche mehr als 5.800 Elektro- und Hybridfahrzeuge nach Argentinien verschifft. Es handelt sich um den ersten großen Markteintritt des Unternehmens in das südamerikanische Land. Die Fahrzeuge kamen nach einer 23-tägigen Seereise mit dem Containerschiff BYD Changzhou im Hafen Zárate an.

Auslöser ist eine neue Zollpolitik der Regierung von Präsident Javier Milei. Argentinien hat ein zollfreies Kontingent für Elektrofahrzeuge eingeführt, das den Import von 50.000 Elektro- und Hybridautos in diesem Jahr ohne bisherige Zölle ermöglicht. Zuvor hatten 35 % Importabgaben chinesische Hersteller weitgehend vom Markt ferngehalten.

Wichtige Eckpunkte der Argentinien-Expansion:

  • Über 5.800 Fahrzeuge in der ersten Lieferung
  • Zollfreies Kontingent von 50.000 E- und Hybridautos für 2026
  • Preisobergrenze von 16.000 US-Dollar für die Zollbefreiung
  • Importe aus China nach Argentinien stiegen 2025 um 57 % gegenüber dem Vorjahr

Damit nutzt BYD ein Zeitfenster, in dem Preispolitik und Zollvorteile den Markteintritt erleichtern.


Europa: BYD überholt Tesla

Starke Zuwächse in Deutschland und Großbritannien

In Europa hat BYD 2025 einen markanten Erfolg erzielt und Tesla in mehreren Kernmärkten bei den Zulassungszahlen überholt.

In Deutschland registrierte BYD 23.306 Fahrzeuge – ein Anstieg auf das Achtfache im Jahresvergleich. Tesla kam dagegen nur auf 19.390 Zulassungen, nahezu eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr.

Auch im Vereinigten Königreich lag BYD vorne: 51.422 Fahrzeugzulassungen standen 45.513 Einheiten bei Tesla gegenüber. Europa entwickelt sich damit zu einem zentralen Schauplatz des Wettbewerbs zwischen beiden Herstellern.

EU signalisiert mögliche Zollentlastung

Zusätzlichen Rückenwind bekam die Aktie durch Signale aus Brüssel. Die EU-Kommission erwägt, die bestehenden Strafzölle auf chinesische Elektroautos durch ein Mindestpreissystem zu ersetzen. Diese Aussicht ließ die BYD-Aktie in Hongkong zeitweise um bis zu 4,8 % steigen.

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Nach dem vorgeschlagenen Modell würden chinesische Exporteure Mindestimportpreise melden, außerdem Lieferobergrenzen und künftige Investitionszusagen in Europa. Im Gegenzug könnten die derzeitigen Zusatzzölle entfallen oder deutlich entschärft werden.

Aktuell liegen die EU-Zölle auf chinesische E-Autos zwischen 7,8 % und 35,3 % und wurden Ende 2024 eingeführt. In der ersten Jahreshälfte 2025 erreichten in China produzierte Fahrzeuge bereits einen Marktanteil von 6 % an den EU-Autoverkäufen – ein Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.


Kanada öffnet sich für chinesische E-Autos

Auch in Nordamerika gibt es Bewegung. Kanada hat seine Handelspolitik für Elektrofahrzeuge aus China deutlich gelockert. Die Zölle auf in China gefertigte E-Autos werden von 100 % auf 6,1 % gesenkt.

Das neue Abkommen erlaubt jährlich bis zu 49.000 importierte E-Fahrzeuge aus China. Innerhalb von fünf Jahren könnte das Kontingent auf 70.000 Fahrzeuge steigen. Die Hälfte der jährlichen Quote ist für Fahrzeuge mit einem Preis unter 35.000 kanadischen Dollar reserviert – ein Segment, das gut zu BYDs kostenorientiertem Produktionsmodell passt.

Allerdings verkauft BYD bislang noch keine Pkw in Kanada. Um von den neuen Bedingungen zu profitieren, wären zunächst Zulassungen durch Transport Canada notwendig. Der Markteintritt bleibt also an regulatorische Schritte geknüpft.


Ford-Gespräche und politische Kritik

Berichte über mögliche Kooperationsgespräche zwischen Ford und BYD sorgen zusätzlich für Aufmerksamkeit. Demnach sprechen beide Unternehmen über eine mögliche Batterie-Partnerschaft für Hybridfahrzeuge.

US-Politberater Peter Navarro kritisierte diese Überlegungen öffentlich. Er warnte, eine solche Zusammenarbeit könne BYD zu viel Einfluss auf die weltweite E-Auto-Produktion geben. Navarro bezeichnete BYD als „neuesten König des räuberischen Preises“ und behauptete, das Ziel sei die Kontrolle der globalen EV-Produktion; Tesla werde „eine Fußnote sein, wenn das so weitergeht“.

Der Hintergrund: BYD hat Tesla 2025 bei den Verkaufszahlen überholt und ist inzwischen der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen. Tesla verzeichnete im zweiten Jahr in Folge sinkende Absätze.


Bewertung und Marktposition

An der Börse in Hongkong wird BYD derzeit mit einer Marktkapitalisierung von rund 938 Milliarden Hongkong-Dollar gehandelt. Das Unternehmen kommt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 63,5 auf Basis der vergangenen zwölf Monate.

Die Nettomarge liegt bei rund 4,6 %. Sie spiegelt ein stark volumenorientiertes Geschäftsmodell mit vergleichsweise geringen Margen pro Fahrzeug wider.

Beim prognostizierten Gewinn zeigt sich ein anderes Bild: Das vorausschauende KGV beträgt etwa 17. Der Markt preist damit deutlich steigende Erträge ein – getragen von der internationalen Expansion, möglichen neuen Partnerschaften und weiteren Marktanteilsgewinnen gegenüber etablierten Wettbewerbern.

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