BYD drückt beim Aufbau internationaler Produktionskapazitäten aufs Tempo. In Mexiko zählt der Konzern laut Reuters zu den Finalisten für den Kauf eines großen Autowerks. Parallel dazu öffnen sich in Europa neue Optionen, weil China chinesischen E-Auto-Herstellern mehr Spielraum für eigene Zollverhandlungen mit der EU einräumt.

Damit stellt sich für BYD eine zentrale praktische Frage: Wo lässt sich schneller und effizienter lokal fertigen – durch den Kauf eines bestehenden Werks oder über neue Strukturen in Europa?

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  • Mexiko: BYD gilt als Finalist für ein Werk mit 230.000 Fahrzeugen Jahreskapazität
  • EU: China signalisiert Offenheit für individuelle Verhandlungen zu Zoll-Ausnahmen je Modell
  • Wachstumsziel: BYD will die Auslandsverkäufe 2026 auf 1,3 Mio. Fahrzeuge steigern (knapp +25%)
  • Basis: 4,56 Mio. New-Energy-Vehicles wurden 2025 verkauft

Mexiko: BYD im Rennen um stillgelegtes Werk

BYD und der chinesische Konkurrent Geely gehören Reuters zufolge zu den aussichtsreichsten Bewerbern für ein Nissan–Mercedes-Benz-Werk in Aguascalientes. Die Anlage wird geschlossen, nachdem Mercedes die Produktion nach Ungarn verlagert hat und Nissan langsam laufende Infiniti-Modelle gestrichen hat.

Die beiden Finalisten setzten sich dem Bericht zufolge in einem Feld von neun Interessenten durch. Zu den weiteren genannten Kandidaten zählten unter anderem Chery, Great Wall Motor und der vietnamesische E-Autobauer VinFast. Dass mehrere chinesische Hersteller zugreifen wollen, würde die Gewichte in Mexikos Autosektor verschieben, der bislang vor allem von US-, europäischen und japanischen Marken geprägt war.

Mexiko ist für BYD strategisch wichtig: Laut AutoForecast Solutions stieg der gemeinsame Marktanteil chinesischer Autobauer dort von null (2020) auf rund 10% (2025). Insgesamt werden in Mexiko etwa 1,5 Millionen Autos pro Jahr verkauft. BYD hatte zuvor zwar den Bau eines neuen Werks geplant, soll sich aber an regulatorischen Hürden gestört haben. Der Kauf eines bestehenden Standorts könnte den Weg zur lokalen Fertigung abkürzen – inklusive Belegschaft und Infrastruktur.

EU-Zölle: Mehr Spielraum für Einzeldeals

Parallel dazu veränderte sich in Europa der Rahmen für chinesische E-Auto-Exporte. Chinas Handelsministerium lockerte am Donnerstag seine Haltung dazu, ob chinesische Hersteller eigenständig mit der EU über Zoll-Ausnahmen verhandeln dürfen. Auslöser war laut Bericht ein Deal von Volkswagen: Der in China produzierte Cupra Tavascan SUV wurde von Ausgleichszöllen ausgenommen – im Gegenzug für Zusagen zu Mindestpreisen und Absatzquoten.

Die China Chamber of Commerce to the EU erklärte, dass einige chinesische Hersteller bereits erwägen, eigene „Price Undertaking“-Vorschläge einzureichen. Nach EU-Regeln können Autobauer Ausnahmen modellbezogen verhandeln. Für betroffene Hersteller ergeben sich damit drei Wege: Zoll zahlen, Mindestpreis-Regelung verhandeln oder in Europa produzieren, um Zölle zu umgehen. 2025 kamen chinesische Autobauer auf über 10% Marktanteil im europäischen E-Auto-Segment.

Macquarie-Stratege Eugene Hsiao bewertete den Volkswagen-Deal als positiv für chinesische und ausländische Hersteller in China, wies aber darauf hin, dass Genehmigungen Zeit brauchen dürften, weil die EU je Modell entscheidet.

Auslandsoffensive trifft auf Schwäche im Heimatmarkt

Die internationalen Schritte fallen in eine Phase mit Gegenwind zu Hause. CNBC zufolge meldete BYD für Januar den niedrigsten Stand der Inlands-Auslieferungen seit fast zwei Jahren – ein Hinweis auf die insgesamt schwächere Dynamik im chinesischen E-Auto-Markt.

Unterm Strich bleibt BYD aber auf Wachstumskurs: 2025 verkaufte der Konzern 4,56 Millionen New-Energy-Vehicles. Für 2026 peilt BYD an, die Auslandsverkäufe auf 1,3 Millionen Fahrzeuge zu erhöhen – also um knapp 25% gegenüber dem bisherigen Niveau.

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