Der britische Energiekonzern BP steht derzeit im Zentrum zweier gegensätzlicher Kräfte. Während führende Analysten ihre Gewinnprognosen deutlich nach oben schrauben und die günstige Bewertung loben, bremst die plötzliche Entspannung am Ölmarkt die Euphorie. Geopolitische Friedenshoffnungen im Nahen Osten treffen auf einen Konzern, der sich mitten in einem milliardenschweren Umbau befindet.

Rückenwind durch US-Banken

Gleich zwei große Investmentbanken haben sich in dieser Woche äußerst positiv zu den Papieren geäußert. Raymond James hob das Kursziel von 40 auf 52 US-Dollar an und verwies auf optimistischere Gewinnerwartungen für die kommenden Jahre. Die Experten betonen vor allem die Bewertung: Mit einem Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Gewinn (EV/EBITDA) von 3,5 für das Jahr 2027 wird BP nur halb so teuer gehandelt wie die US-Konkurrenten Chevron und ExxonMobil. Zuvor hatte bereits Morgan Stanley die Einstufung auf "Overweight" angehoben.

Allerdings wird dieser Optimismus von makroökonomischen Faktoren gekreuzt. Internationale Rohölpreise gaben am Mittwoch merklich nach, wobei Brent-Öl zeitweise um sieben Prozent auf 97,18 US-Dollar pro Barrel abrutschte. Auslöser für den Preisrückgang sind diplomatische Bemühungen um einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Obwohl Teheran direkte Gespräche dementierte, reagieren die sensiblen Energiemärkte sofort auf die Aussicht einer Entspannung im Nahen Osten.

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Trotz des schwächeren Ölpreises zeigt sich das Papier robust. Die Aktie legte heute um 3,45 Prozent auf 6,50 Euro zu und notiert damit nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Milliardenverkäufe für den Schuldenabbau

Die positiven Analystenstimmen basieren nicht nur auf dem Ölpreis, sondern auch auf internen Fortschritten. Der Konzern treibt seine strategische Neuausrichtung konsequent voran. Um die Schuldenlast zu senken, wurden bereits im Februar die Aktienrückkäufe gestoppt.

Zusätzlichen finanziellen Spielraum schafft der geplante Teilverkauf der Schmierstofftochter Castrol. BP veräußert einen Anteil von 65 Prozent, was dem Unternehmen Nettoeinnahmen von rund sechs Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen wird. Diese Mittel sollen vollständig in den Schuldenabbau fließen. Zusammen mit dem kürzlich erfolgten Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch-Gruppe hat das Management das Ziel für strukturelle Kostensenkungen bis 2027 auf bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar angehoben.

Am 1. April 2026 wird Meg O'Neill, die bisherige Chefin von Woodside Energy, das Ruder bei BP übernehmen und damit als erste weibliche CEO einen großen Ölkonzern leiten. Sie erbt ein Unternehmen, das seine Bilanz aktuell massiv bereinigt, dessen kurzfristige Entwicklung aber stark von den geopolitischen Entwicklungen rund um die Straße von Hormus abhängig bleibt.

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