Zwei große Investmentbanken, zwei klar gegensätzliche Meinungen: BMW sorgt zum Wochenschluss weniger mit neuen Zahlen, sondern vor allem mit der Interpretation der Zukunft für Diskussionen. Während Bernstein Research den Münchner Autobauer langfristig gut positioniert sieht, warnt die Bank of America vor einer heiklen Übergangsphase. Wie spiegelt sich dieser Spannungsbogen aus kurzfristigen Risiken und langfristigen Chancen im Kursbild wider?

Analysten im Widerspruch

Die Bank of America (BofA) bleibt bei ihrer skeptischen Einstufung „Underperform“. In einer am Donnerstag veröffentlichten Studie analysiert Analyst Horst Schneider die Modellzyklen der großen deutschen Hersteller für 2026 und 2027. Sein Fazit: BMW steckt aus seiner Sicht in einer Übergangsphase, während Wettbewerber wie Audi im laufenden Jahr besser aufgestellt sein könnten.

Der Markt reagierte verhalten: Am Donnerstag notierte die Aktie im Tagesverlauf rund 1 % schwächer. Zuvor hatte das Papier bereits leicht nachgegeben, auf Wochensicht steht ein Minus von rund 3 %. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Rückgang von etwa 6 %, obwohl die Aktie im Zwölf-Monats-Vergleich noch komfortabel im Plus liegt.

Ganz anders der Ton bei Bernstein Research: Analyst Stephen Reitman bestätigte am Mittwoch sein Votum „Outperform“ und erhöhte zugleich das Kursziel. Seine Begründung: BMW sei mit der kommenden Elektrogeneration, insbesondere der „Neuen Klasse“, gut gewappnet, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten.

Kurzfristige Risiken, langfristige Story

Die unterschiedlichen Einschätzungen treffen den Kern des derzeitigen BMW-Investmentcase. Kurzfristig stehen vor allem operative Risiken im Vordergrund:

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  • Intensiver Preis- und Rabattwettbewerb auf dem chinesischen Markt
  • Schwächere Nachfrage in wichtigen Segmenten
  • Druck auf die Margen, bevor neue Modellreihen voll anlaufen

Die BofA sieht hier Belastungspotenzial, insbesondere mit Blick auf die Profitabilität im Automobilsegment in den Jahren 2025 und 2026. China bleibt für BMW strategisch entscheidend – gerade dort ist der Wettbewerb mit europäischen, US-amerikanischen und chinesischen Herstellern besonders scharf.

Dem gegenüber steht die langfristige Perspektive der „Neuen Klasse“. Diese Plattform soll ab 2026 eine zentrale Rolle im Produktportfolio übernehmen. Laut den optimistischen Stimmen verspricht sie:

  • Rund 30 % mehr Reichweite
  • Schnellere Ladezeiten
  • Deutlich effizientere Produktion und damit niedrigere Stückkosten

Die frühe Nachfrage nach dem ersten Modell dieser Reihe, dem iX3, wird als positives Signal gewertet. Aus dieser Sicht könnte BMW nach der Übergangsphase von höheren Margen und einem technologisch erneuerten Line-up profitieren.

Kursbild und technische Einordnung

Charttechnisch zeigt sich das Bild differenziert. Gestern schloss die Aktie bei 89,68 Euro und liegt damit knapp 2 % unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 91,49 Euro. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 97,12 Euro ist der Titel derzeit gut 7,5 % entfernt, zum Tief bei 63,56 Euro aber noch immer deutlich im Plus.

Der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von 84,18 Euro beträgt rund 6,5 %. Das signalisiert trotz der jüngsten Schwäche einen übergeordnet intakten Aufwärtstrend. Der 14‑Tage‑RSI von 36,7 deutet eher auf eine abkühlende Dynamik als auf eine Überhitzung hin. Gleichzeitig liegt die annualisierte 30‑Tage‑Volatilität mit etwa 18 % in einem moderaten Rahmen – die gegensätzlichen Analystenstimmen erhöhen die Nervosität also, ohne den Kurs völlig aus der Spur zu bringen.

Blick nach vorn: Quartalszahlen als Gradmesser

Die nächste klare Wegmarke ist bereits gesetzt: Am 12. März 2026 legt BMW die finalen Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich zeigen, wie stark sich die Preisschlachten in China tatsächlich in den Margen niederschlagen und ob das Management seine Erwartungen an die „Neue Klasse“ mit konkreteren Zielen unterfüttert.

Im Mittelpunkt stehen dürften vor allem die EBIT-Marge im Automobilsegment sowie ein detaillierter Ausblick auf das China-Geschäft für das laufende Jahr. Je nachdem, ob BMW hier eher die Risikosicht der BofA oder die optimistischere Perspektive von Bernstein bestätigt, könnte sich die aktuelle Bewertungsdiskussion spürbar in die eine oder andere Richtung verschieben.

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