BMW steht zwischen rückläufigen Auslieferungen in wichtigen Märkten und einer erstaunlich robusten Performance der M-Sparte. Gleichzeitig schärft der Konzern seine Elektrostrategie und setzt neue regionale Akzente, etwa in Indien. Wie passt das zusammen – und was bedeutet es für die weitere Entwicklung des Unternehmens?

Absatzschwäche im Schlussquartal

Im vierten Quartal 2025 ging der weltweite Absatz um 4,1 % auf 667.981 Fahrzeuge zurück. Das Bild nach Regionen ist deutlich gespalten:

  • Europa: +4 % Wachstum
  • USA: -4,6 % Rückgang
  • China: -15,9 % Rückgang
  • Elektrofahrzeuge (BEV): -10,5 % im Quartal

Besonders der deutliche Einbruch in China belastet die Gesamtsicht. Der Markt bleibt damit das zentrale Problemfeld, auch wenn die BMW Group über das Gesamtjahr 2025 hinweg noch ein leichtes Plus von 0,5 % beim weltweiten Absatz erzielen konnte.

Elektrifizierte Modelle kamen 2025 auf 26 % des Gesamtabsatzes, rein batterieelektrische Fahrzeuge auf rund 18 %. Das zeigt: Die Transformation läuft, stößt aber im aktuellen Umfeld auf Gegenwind.

M-Sparte als Stabilitätsanker

Deutlich besser sieht es bei der Performance-Marke BMW M GmbH aus. Sie verzeichnete 2025 das 14. Rekordjahr in Folge und steigerte den Absatz auf 213.457 Fahrzeuge – ein Plus von 3 %.

Wichtige Eckpunkte:

  • Der BMW X3 M50 war das volumenstärkste M-Modell.
  • Die USA bleiben mit über 72.000 Einheiten wichtigster Einzelmarkt.
  • In China erzielte BMW M den größten absoluten Zuwachs.
  • Nahezu jeder zehnte verkaufte BMW (9,8 %) war bereits ein M-Modell.

Im High-Performance-Segment entwickelten sich insbesondere der BMW M5 und M5 Touring mit M HYBRID-System (535 kW/727 PS) zu Treibern des Wachstums. Damit zeigt die Marke, dass sie trotz schwächerer Gesamtmärkte weiter Nachfrage auf hohem Niveau abschöpfen kann.

Vollelektrische M-Modelle ab 2027

Strategisch setzt BMW ein klares Signal: Die M-Division wird elektrifiziert. Am 14. Januar konkretisierte der Konzern seine Pläne für vollelektrische M-Modelle, die ab 2027 in den Markt kommen sollen.

Die wichtigsten technischen Eckdaten:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BMW?

  • Vier Elektromotoren (BMW M eDrive) mit Einzelradantrieb je Rad
  • Hochvoltbatterie mit über 100 kWh nutzbarer Energie
  • 800-Volt-Technologie für schnelleres Laden
  • Abkoppelbare Vorderachse für reinen Hinterradantrieb

Die Architektur basiert auf der Neue Klasse-Plattform mit vier Hochleistungsrechnern. Laut M-Chef Franciscus van Meel sollen die neuen Modelle im High-Performance-Segment eine neue Messlatte setzen. Für BMW ist das der Versuch, die starke M-Markenposition in das Zeitalter der Elektromobilität zu überführen.

Indien gewinnt an Bedeutung

Neben den etablierten Kernmärkten rückt Indien zunehmend in den Fokus. 2025 verkaufte BMW dort 18.000 Fahrzeuge – ein Plus von 14 % und ein neuer Rekord.

Für 2026 sind geplant:

  • Zehn neue Modelleinführungen
  • 17 Produktaufwertungen (Facelifts, Updates)

Der Elektroanteil am indischen Absatz legte deutlich zu: von 8 % im Jahr 2024 auf 21 % im Jahr 2025. Damit entwickelt sich Indien zu einem wichtigen Wachstumstreiber für elektrifizierte Modelle, während andere Regionen mit Nachfrageschwächen zu kämpfen haben.

Prognose bestätigt, aber belastet

Die bereits im Oktober 2025 gesenkte Jahresprognose wurde durch die Q4-Daten im Wesentlichen bestätigt. Statt eines stabilen Ergebnisses erwartet BMW nun einen leichten Gewinnrückgang.

Zusätzlicher Druck kommt von verzögerten Zollrückerstattungen aus den USA und Deutschland, die den Free Cashflow bremsen. Erstattungen in dreistelliger Millionenhöhe werden erst 2026 erwartet. Operativ und bilanziell bleibt das Thema damit ein Belastungsfaktor im aktuellen Jahr.

Kursbild und Einordnung

Am heutigen Donnerstag notiert die BMW Aktie bei 89,82 Euro und liegt damit rund 7,5 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 97,12 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf gut 6 %, während der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt mit rund 6,7 % positiv bleibt – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Trend trotz jüngster Schwäche noch intakt ist.

Der 14‑Tage-RSI von 36,7 signalisiert eine eher kühle Stimmung, aber noch keinen klar überverkauften Zustand. In Summe spiegelt der Kursverlauf die Lage des Unternehmens wider: operative Gegenwinde im Kerngeschäft, gepaart mit strukturellen Wachstumsfeldern wie M-Performance, Elektrostrategie und Schwellenländer.

Fazit: Zwischen Druck und Perspektive

BMW liefert derzeit ein gemischtes Bild: Schwächere Auslieferungen in den USA und vor allem in China, belastete Prognose und verschobene Cashflow-Effekte auf der einen Seite; eine starke M-Sparte, klare Elektropläne ab 2027 und wachstumsstarke Märkte wie Indien auf der anderen.

Kurzfristig dominieren die Belastungsfaktoren und halten die Ergebnis- und Kursperspektive in Schach. Mittelfristig wird entscheidend sein, ob BMW den Übergang der erfolgreichen M-Division in die Elektromobilität und den Ausbau in dynamischen Märkten wie Indien so umsetzt, dass die heutigen Absatz- und Cashflow-Schwächen schrittweise überkompensiert werden.

BMW-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BMW-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:

Die neusten BMW-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BMW-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BMW: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...