BioNTech präsentiert heute eine Reihe klinischer Studiendaten — pünktlich zum Start des European Lung Cancer Congress in Kopenhagen, der von Donnerstag bis Samstag stattfindet. Im Mittelpunkt stehen zwei spätklinische Kandidaten, deren neue Daten die Onkologie-Strategie des Unternehmens mit konkreten Zahlen untermauern.

Gotistobart: Deutliches Signal aus PRESERVE-003

Das stärkste Ergebnis liefert die Phase-3-Studie PRESERVE-003. In der nicht-pivotalen Dosisbestätigungsphase zeigte der Anti-CTLA-4-Antikörper Gotistobart bei Patienten mit squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), die nach vorheriger Immuntherapie und Chemotherapie einen Rückfall erlitten hatten, ein bemerkenswert klares Überlebenssignal: Das Sterberisiko sank im Vergleich zur Standardchemotherapie mit Docetaxel um 54 Prozent.

Nach einem medianen Follow-up von 14,5 Monaten war der mediane Gesamtüberleben-Wert für Gotistobart noch nicht erreicht — verglichen mit zehn Monaten in der Kontrollgruppe. Die 12-Monats-Überlebensrate betrug 63,1 Prozent gegenüber 30,3 Prozent. Gotistobart unterscheidet sich mechanistisch von klassischen CTLA-4-Hemmern: Der Antikörper ist pH-sensitiv und ermöglicht das Recycling von CTLA-4 auf der Zelloberfläche, was gezielt immunsuppressive regulatorische T-Zellen im Tumor abbaut.

Die pivotale Phase der Studie läuft weiterhin und soll rund 600 Patienten an 160 Standorten weltweit einschließen. Ob die Ergebnisse aus der Dosisbestätigungsphase in der größeren Kohorte standhalten, wird der entscheidende Datenpunkt des Jahres sein — erwartet noch 2026.

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Pumitamig und ein neues ADC ergänzen das Bild

Für Pumitamig, einen bispezifischen PD-L1xVEGF-A-Immunmodulator, den BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt, liefern drei chinesische Studien weitere Belege. Besonders relevant: In einer Phase-2-Studie zeigte die Kombination mit Chemotherapie klinisch bedeutsame Überlebensergebnisse bei EGFR-mutierten NSCLC-Patienten — unabhängig vom PD-L1-Expressionslevel. Zudem stützen aktualisierte Daten beim kleinzelligen Lungenkrebs (ES-SCLC) die laufende globale Phase-3-Studie ROSETTA Lung-01.

Erstmals präsentiert BioNTech außerdem frühe Daten für BNT326/YL202, ein HER3-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das in Zusammenarbeit mit MediLink Therapeutics entwickelt wird. Die Phase-2-Daten aus der NSCLC-Kohorte zeigen antitumorale Aktivität bei akzeptablem Sicherheitsprofil.

Starke Kasse, offene Führungsfrage

Die Datenpräsentationen fallen in eine Phase des Umbruchs. BioNTech verzeichnete für 2025 einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 2,87 Milliarden Euro; für 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro. Die Liquiditätsreserven von rund 17,2 Milliarden Euro geben dem Konzern dabei erheblichen Spielraum, das ehrgeizige Ziel von 15 laufenden Phase-3-Onkologiestudien bis Jahresende zu finanzieren.

Parallel läuft die Suche nach Nachfolgern für die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci, deren Verträge Ende 2026 auslaufen. Der Aufsichtsrat hat den Auswahlprozess eingeleitet. Die Onkologie-Pipeline muss in diesem Übergangsjahr für sich sprechen — und die PRESERVE-003-Pivotaldaten werden zeigen, ob Gotistobart das Versprechen der heutigen Zahlen einlöst.

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