Der Münchner Agrar- und Energiekonzern BayWa hat mit dem Verkauf der Tochter Cefetra einen wichtigen Schritt in der Restrukturierung vollzogen. Doch ausgerechnet das Herzstück des Entschuldungsplans gerät massiv unter Druck: Die Energietochter BayWa r.e. schwächelt – und gefährdet damit das gesamte Sanierungskonzept. Die fehlenden 2,7 Milliarden Euro bis 2028 werden zum immer größeren Problem.

Cefetra-Deal bringt Bilanzerleichterung

Der Verkauf der Cefetra Group B.V. ist abgeschlossen. Der Kaufpreis: 125 Millionen Euro. Der eigentliche Effekt zeigt sich jedoch auf der Passivseite: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro, da auch die Kredite der Tochter aus der Konzernbilanz fallen.

Zusammen mit den Verkäufen des Vorjahres reduzierte BayWa die Bankverbindlichkeiten damit um rund 1,3 Milliarden Euro. Ein messbarer Fortschritt – der allerdings nur ein Drittel des Gesamtziels abdeckt.

BayWa r.e.: Zwei Milliarden Euro fehlen

Von den bis 2028 geforderten 4 Milliarden Euro Entschuldung fehlen noch rund 2,7 Milliarden Euro. Der Löwenanteil – etwa 2 Milliarden Euro – sollte durch den Verkauf der Mehrheitsanteile an BayWa r.e. hereinkommen. Genau hier stockt der Prozess.

Am 2. Februar 2026 musste BayWa per Ad-hoc-Mitteilung „wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung der Energietochter einräumen. Verantwortlich: spürbare Marktveränderungen im Sektor der erneuerbaren Energien in den USA und Europa.

Besonders brisant: Die USA waren im Geschäftsjahr 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Markt für BayWa r.e. Die regulatorische Vollbremsung trifft das Unternehmen dort direkt. Wegen dieser Unsicherheiten verzögert sich auch der testierte Jahresabschluss für 2025. Das Management hat vorsorglich Gespräche mit Finanzierern aufgenommen.

Personalkarussell dreht sich weiter

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Die Krise zieht tiefgreifende personelle Konsequenzen nach sich. Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus – sein Mandat als Vorsitzender endete bereits mit sofortiger Wirkung.

Im Aufsichtsrat werfen gleich drei Mitglieder das Handtuch: CSU-Politikerin Monika Hohlmeier und Bankdirektor Michael Höllerer legen ihre Mandate Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai. Die Kontrollmechanismen wurden verschärft: Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro billigen – vorher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.

Drei Nachbesetzungen sollen zeitnah erfolgen und durch die Hauptversammlung 2026 bestätigt werden.

BaFin prüft Jahresabschluss 2023

Zusätzlich prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023. Das Bundesamt für Justiz hatte zuvor bereits ein Ordnungsgeld wegen verspäteter Datenübermittlung verhängt.

Als nächster Verkauf steht der börsennotierten neuseeländischen Apfelanbauer Turners & Growers auf der Agenda. Der Erlös soll Insidern zufolge weitere 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen.

Entscheidung am 26. März

Am 26. März 2026 legt BayWa die Zahlen zum vierten Quartal 2025 vor. Erst dann zeigt sich, ob die Gläubigerbanken den angepassten Planungen zustimmen und wie tiefgreifend das Sanierungskonzept überarbeitet werden muss. Die zentrale Frage: Welchen Verkaufserlös kann BayWa r.e. unter den veränderten Marktbedingungen noch erzielen? Davon hängt ab, ob das 4-Milliarden-Ziel bis 2028 überhaupt noch erreichbar ist.

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