BayWa Aktie: Schleppende Trends?
Die Sanierung der BayWa AG gerät unter Druck. Eine Ad-hoc-Meldung vom gestrigen Mittwoch zeigt: Die Tochtergesellschaft BayWa r.e. AG hat ihre Mittelfristplanung deutlich nach unten korrigiert – mit spürbaren Folgen für das gesamte Restrukturierungskonzept.
BayWa r.e.: Niedrigere Ergebnisse gefährden den Exit-Plan
Der Kern des Problems liegt in der Energiesparte. BayWa r.e. erwartet zwar ab 2027 weiterhin positive operative Ergebnisse, aber auf signifikant niedrigerem Niveau als bislang geplant. Als Ursachen nennt der Vorstand verschlechterte wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen für Projektentwickler erneuerbarer Energien – sowohl in Europa als auch in den USA.
Gerade der US-Markt trifft BayWa r.e. empfindlich. Im Geschäftsjahr 2024 war er mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Einzelmarkt der Tochter. Die veränderte Förderpolitik unter US-Präsident Trump dürfte eine Abwertung der Beteiligung kaum vermeidbar machen – und damit den geplanten Verkaufserlös schmälern. Das bisherige Restrukturierungskonzept kalkulierte mit rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Exit bis Ende 2028.
BayWa verhandelt nun mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung, die bis in den Herbst 2026 gelten soll. Sie soll Zeit verschaffen, um das Sanierungskonzept und die Finanzierungsvereinbarungen anzupassen.
Cefetra-Verkauf: Fortschritt, aber erst ein Drittel des Weges
Auf der Positivseite steht der abgeschlossene Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra Group B.V. für 125 Millionen Euro. Der eigentliche Entlastungseffekt kommt jedoch aus der Entkonsolidierung: Die Bankverbindlichkeiten sinken dadurch um über 600 Millionen Euro. Zusammen mit Vorjahresverkäufen reduzierte BayWa die Bankverbindlichkeiten insgesamt um rund 1,3 Milliarden Euro. Der Sanierungsplan sieht bis 2028 eine Gesamtentschuldung von 4 Milliarden Euro vor – davon ist bislang ein Drittel erreicht.
Führungswechsel und verzögerter Jahresabschluss
Die Krise hinterlässt auch personelle Spuren. CEO Dr. Frank Hiller verlässt das Unternehmen zum 31. Juli 2026. Im Aufsichtsrat legen im Frühjahr gleich drei Mitglieder ihre Mandate nieder – darunter Monika Hohlmeier, Michael Höllerer und Monique Surges, die den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten. Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte durch den Aufsichtsrat wurde von 200 auf 50 Millionen Euro gesenkt.
Zusätzlich läuft seit Oktober 2024 eine BaFin-Prüfung des Jahresabschlusses 2023. Die Behörde hatte beanstandet, dass BayWa finanzierungsrelevante Risiken im Lagebericht unzureichend beschrieben hatte. Wegen der notwendigen Neubewertung der BayWa r.e.-Beteiligung könnte sich der Jahresabschluss 2025 bis ins vierte Quartal 2026 verzögern.
Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dann dürfte klarer werden, wie hoch der Abschreibungsbedarf in der Energiesparte tatsächlich ausfällt und ob der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro den Sanierungskurs stützen kann.
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