Am 26. März legt BayWa die Quartalszahlen vor — mitten in einer Sanierungskrise, die sich erheblich verschärft hat. Das ursprüngliche Rettungskonzept ist gescheitert, der Planungshorizont wurde um zwei Jahre verlängert, die Jahresprognose komplett gestrichen.

Energietochter reißt das Fundament heraus

Der Kern des Problems liegt bei BayWa r.e. Das Herzstück des gesamten Entschuldungsplans sollte bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Euro durch den Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung einbringen. Dieser Erlös ist nun nicht mehr zu erzielen. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen — insbesondere in den USA, wo die Tochter 2024 allein 534,7 Megawatt verkaufte — drücken die erzielbaren Preise erheblich.

Eine Ad-hoc-Mitteilung vom 11. März machte das Ausmaß öffentlich: Der Vorstand rechnet mit „signifikant geringeren Gesamterlösen" aus dem Beteiligungsverkauf. Der Planungshorizont verschiebt sich auf 2030, positive operative Ergebnisse der Energietochter werden frühestens ab 2027 erwartet — mit einem bereinigten EBITDA-Ziel von gut 140 Millionen Euro.

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Verkäufe und Stellenabbau als Notfallprogramm

Um die entstandene Lücke zumindest teilweise zu schließen, plant BayWa für 2026 den Verkauf der neuseeländischen Tochter Turners & Growers (T&G Global). Insidern zufolge könnten rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen. Beim Gesamtziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 stehen bislang knapp 33 Prozent auf der Habenseite — maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra, der Bankverbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro tilgte.

Parallel schrumpft der Konzern strukturell: Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, in der zentralen Verwaltung etwa 40 Prozent der Arbeitsplätze. 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen werden geschlossen, der Umsatz bis 2028 auf rund 10 Milliarden Euro zurückgefahren.

Banken, BaFin und Staatsanwaltschaft

Der Druck kommt von mehreren Seiten. Das Management verhandelt mit den Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 — ohne die kein Überbrückungsspielraum existiert. Gleichzeitig stellte die BaFin fest, dass BayWa im Jahresabschluss 2023 wesentliche Finanzierungsrisiken, darunter Bedingungen eines Milliardenkredits und Refinanzierungsrisiken von Anleihen, im Lagebericht verschwiegen hatte. Und die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den früheren Vorstandschef Marcus Pöllinger.

Die Q4-Zahlen am 26. März werden erstmals das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte beziffern. Der vollständige Jahresabschluss 2025 dürfte sich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Spätestens dann, wenn die Stillhaltevereinbarung ausläuft, muss ein vollständig neu gerechnetes Sanierungskonzept auf dem Tisch liegen — eines, das ohne die ursprünglich kalkulierten Milliarden aus BayWa r.e. auskommen muss.

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