Mit dem Cefetra-Verkauf verschafft sich BayWa Luft – doch ausgerechnet die Energietochter, die zwei Milliarden Euro zur Sanierung beitragen sollte, bricht ein. Der Vorstandschef geht, drei Aufsichtsräte werfen hin. Am 26. März folgen die Quartalszahlen – und damit die Wahrheit über den tatsächlichen Abschreibungsbedarf.

Cefetra-Erlös: Symbolischer Erfolg mit Grenzen

Der Verkauf der Cefetra Group bringt 125 Millionen Euro in die Kasse. Entscheidender ist die Bilanzentlastung: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Seit 2025 hat der Konzern damit rund 1,3 Milliarden Euro Schulden abgebaut.

Das klingt nach Fortschritt – deckt aber nur ein Drittel des Ziels. Bis 2028 sollen vier Milliarden Euro vom Tisch. Die große Lücke sollte der Verkauf von BayWa r.e. schließen. Doch genau hier bricht die Rechnung zusammen.

Energietochter verfehlt Planziele deutlich

Am 2. Februar musste BayWa per Ad-hoc-Meldung „wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung der Energiesparte einräumen. Verantwortlich: massive Marktveränderungen in den USA und Europa.

Die Ursache liegt in Washington. Präsident Trump strich im Sommer 2025 mit dem Gesetz „One Big Beautiful Bill" die Steueranreize für Wind- und Solarenergie zusammen. Stattdessen fördert die US-Regierung fossile Energieträger. Fatal für BayWa r.e., denn die USA waren 2024 mit über 530 Megawatt verkaufter Projektleistung der wichtigste Absatzmarkt.

Eine Abwertung der Tochter scheint unvermeidlich. Die kalkulierten zwei Milliarden Euro aus dem geplanten Verkauf dürften deutlich schrumpfen – wenn die Transaktion überhaupt noch gelingt.

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Personalkarussell dreht sich

Vorstandschef Dr. Frank Hiller verlässt das Unternehmen zum 31. Juli. Seine Funktion als Vorsitzender endete bereits mit sofortiger Wirkung. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich das Personal- und Nachhaltigkeitsressort.

Im Aufsichtsrat folgt ein Dreifach-Abgang: CSU-Politikerin Monika Hohlmeier und Bankdirektor Michael Höllerer scheiden Ende März aus, Monique Surges Ende Mai. Die drei hatten den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen, der BayWa 2024 an den Rand der Insolvenz brachte.

Der Aufsichtsrat wird von 18 auf 15 Mitglieder verkleinert. Drei Nachbesetzungen sollen zeitnah erfolgen und von der Hauptversammlung 2026 bestätigt werden. Künftig muss das Gremium alle Geschäfte über 50 Millionen Euro billigen – vorher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.

T&G Global als nächster Baustein

Als nächstes steht der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers an. Der Deal soll Insidern zufolge 300 Millionen Euro bringen. Ein wichtiger Schritt – aber längst nicht ausreichend, um die BayWa-r.e.-Lücke zu schließen.

BaFin prüft weiter

Zusätzlicher Druck kommt von der Aufsicht. Die BaFin untersucht seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023. Die Veröffentlichung der 2025er-Zahlen, ursprünglich für Ende April geplant, verzögert sich voraussichtlich.

Was am 26. März auf dem Spiel steht

Die Quartalszahlen werden zeigen, wie hoch die Abschreibungen bei der Energiesparte tatsächlich ausfallen. Vor allem aber: ob die Gläubigerbanken den angepassten Sanierungsplan weiter mittragen. Im Sommer 2024 hatten Banken und Eigentümer hunderte Millionen Euro bereitgestellt, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Der Cefetra-Deal verschafft BayWa Zeit – aber ohne tragfähige Lösung für BayWa r.e. bleibt das gesamte Sanierungskonzept fragil. In drei Wochen wird klar, ob der eingeschlagene Kurs noch haltbar ist oder neu verhandelt werden muss.

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