BayWa kommt bei der Restrukturierung zwar voran – doch ausgerechnet der wichtigste Baustein droht zu bröckeln. Mit dem Vollzug des Cefetra-Verkaufs hat der Konzern die Bilanz spürbar entlastet. Gleichzeitig verfehlt die Energietochter BayWa r.e. die Planziele deutlich – und damit gerät das Entschuldungskonzept bis 2028 unter Druck.

Cefetra-Verkauf entlastet die Bilanz

Der im Dezember angekündigte Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra ist nun abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt bei 125 Mio. Euro. Entscheidend ist aber der Bilanz-Effekt: Durch die Entkonsolidierung und die Schuldentilgung sinken die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Mio. Euro.

Zusammen mit bereits 2025 umgesetzten Verkäufen (RWA, WHG, EDL) hat BayWa die Bankschulden seit 2025 damit um rund 1,3 Mrd. Euro reduziert. Im Sanierungsplan steht jedoch ein deutlich größerer Auftrag: Bis 2028 sollen insgesamt 4 Mrd. Euro abgebaut werden.

BayWa r.e. verfehlt Planziele – und reißt eine Lücke

Genau hier liegt das Kernrisiko. Laut Plan fehlen zur Zielerreichung bis 2028 noch rund 2,7 Mrd. Euro. Der größte Teil davon – rund 2 Mrd. Euro – sollte über den Verkauf von Mehrheitsanteilen an der Energietochter BayWa r.e. kommen. Doch dieses Kalkül gerät ins Wanken, weil das Geschäft des Projektentwicklers für Wind- und Solarparks eingebrochen ist. Der Vorstand räumte bereits Anfang Februar „wesentliche Abweichungen“ von der Planung ein.

Was bedeutet das konkret für den Sanierungsplan? Ohne einen tragfähigen Verkaufspfad bei BayWa r.e. wird die geplante Entschuldung deutlich schwerer zu erreichen – genau deshalb rücken die nächsten Zahlen und die Gespräche mit Finanzierern in den Mittelpunkt.

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Personalwechsel, schärfere Kontrolle und verschobener Abschluss

Die operative Krise hat auch personelle Folgen: Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 „in beiderseitigem Einvernehmen“ aus; sein Mandat endete mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat stehen ebenfalls Abgänge an: Ende März verlassen Monika Hohlmeier und Michael Höllerer das Gremium, Ende Mai folgt Monique Surges.

Parallel zieht BayWa die Kontrollschrauben an. Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Mio. Euro genehmigen (zuvor lag die Schwelle bei 200 Mio. Euro). Zudem sollen künftige Aufsichtsratswahlen auf einem aktualisierten Kompetenzprofil basieren.

Als weiterer Unsicherheitsfaktor läuft eine BaFin-Prüfung zum Jahresabschluss 2023. Die Planabweichungen wirken zudem direkt in die Berichterstattung hinein: Die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses 2025, ursprünglich für Ende April geplant, verzögert sich voraussichtlich.

Zum Umbau gehört auch ein weiterer Verkauf: Für 2026 ist die Veräußerung der neuseeländischen Tochter Turners & Growers (T&G Global) vorgesehen, die Insidern zufolge rund 300 Mio. Euro zur Entschuldung beitragen könnte. Operativ plant BayWa zudem einen Rückbau: Der Umsatz soll bis 2028 auf rund 10 Mrd. Euro sinken, bis 2027 sind rund 1.300 Stellen weniger vorgesehen, in der zentralen Verwaltung etwa 40% der Arbeitsplätze. Außerdem sollen 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.

Im Kalender ist ein Termin besonders wichtig: Am 26. März will BayWa die Zahlen zum vierten Quartal 2025 vorlegen und den Stand der Sanierung detailliert erläutern – inklusive der Frage, ob Gläubigerbanken den angepassten Planungen zustimmen und wie hoch mögliche Wertberichtigungen in der Erneuerbaren-Sparte ausfallen.

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