Der Agrar- und Energiekonzern BayWa meldet Vollzug beim Cefetra-Verkauf – doch zum Aufatmen besteht kein Grund. Während der Schuldenabbau vorankommt, droht dem Konzern mit der Energietochter BayWa r.e. die wichtigste Säule der Rettungsstrategie wegzubrechen. Angesichts einer Milliardenlücke und massivem politischem Gegenwind aus den USA steht der Erfolg des gesamten Restrukturierungsplans auf der Kippe.

Lichtblick mit Schattenseiten

Mit dem abgeschlossenen Verkauf der Cefetra Group B.V. an ein Investorenkonsortium verschafft sich BayWa kurzfristig Luft. Zwar fließen direkt nur 125 Millionen Euro in die Kasse, der entscheidende Effekt liegt jedoch in der Bilanz: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Insgesamt konnte der Konzern seinen Schuldenberg seit 2025 damit um rund 1,3 Milliarden Euro abtragen.

Als nächster Schritt ist der Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global eingeplant, der weitere 300 Millionen Euro einbringen soll. Doch diese Erfolge kaschieren kaum das fundamentale Problem: Von den bis 2028 geforderten 4 Milliarden Euro Entschuldung fehlen noch immer rund 2,7 Milliarden Euro.

Das 2-Milliarden-Risiko

Genau hier offenbart sich die Dramatik der Lage. Der Großteil der verbleibenden Summe – etwa 2 Milliarden Euro – sollte durch den Verkauf von Mehrheitsanteilen an der BayWa r.e. erzielt werden. Doch dieses Kalkül geht derzeit nicht auf. Die aggressive energiepolitische Kehrtwende von US-Präsident Trump trifft die Erneuerbaren-Sparte ins Mark.

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Da die USA im Geschäftsjahr 2024 mit über 534 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Absatzmarkt waren, wirken sich der Stopp von Projektpipelines und die Streichung von Steueranreizen fatal aus. Der Vorstand musste bereits „wesentliche Abweichungen“ von der Planung einräumen. Marktbeobachter befürchten, dass die ursprüngliche Bewertung der Tochtergesellschaft unter diesen Bedingungen nicht mehr zu halten ist, was ein riesiges Loch in den Sanierungsplan reißen würde.

Führungschaos und Aufsichtsdruck

Die operative Schieflage wird durch Unruhe in der Führungsetage verschärft. Der bisherige CEO Dr. Frank Hiller scheidet vorzeitig aus, während im Aufsichtsrat eine regelrechte Flucht einsetzt: Mit Monika Hohlmeier, Michael Höllerer und Monique Surges verlassen drei prominente Kontrolleure das Gremium. Sie waren zuvor in die Kritik geraten, den riskanten Expansionskurs zu lange mitgetragen zu haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass die BaFin seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023 prüft. Das Vertrauen der Märkte ist durch die Verzögerung des aktuellen Jahresabschlusses für 2025 zusätzlich belastet. Als Notbremse wurden die internen Governance-Regeln drastisch verschärft: Geschäfte müssen nun bereits ab 50 Millionen Euro vom Aufsichtsrat genehmigt werden.

Die nächste entscheidende Wegmarke ist der 26. März 2026. An diesem Datum legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal vor. Diese Veröffentlichung wird offenbaren, wie groß der Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte tatsächlich ist und ob die Banken bereit sind, das wackelnde Sanierungskonzept weiterzutragen.

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