Der erhoffte Weg aus der Krise erweist sich als steiniger als gedacht. Statt Stabilität zu gewinnen, sieht sich der Münchner Agrarkonzern mit gravierenden Planabweichungen bei seiner wichtigsten Tochter BayWa r.e. konfrontiert. Das gesamte Sanierungskonzept steht nun auf dem Prüfstand, da fest eingeplante Erlöse für den Schuldenabbau wegzubrechen drohen.

Ökostromsparte als Bremsklotz

Verantwortlich für die neuerliche Unsicherheit sind unerwartete Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA und Europa. Diese belasten die Geschäftszahlen der BayWa r.e. AG erheblich. Das Problem ist fundamental: Der geplante Verkauf dieser Beteiligung bis Ende 2028 bildet das Herzstück der Entschuldungsstrategie.

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Fallen die Verkaufserlöse geringer aus als kalkuliert, geht die Rechnung für den Gesamtkonzern nicht mehr auf. Die Rückführung der massiven Bankverbindlichkeiten wäre damit am Ende des Sanierungszeitraums gefährdet. Der Vorstand hat umgehend reagiert und Gespräche mit Finanzierungspartnern sowie Hauptaktionären aufgenommen.

Liquidität und Zeitplan

Trotz der Hiobsbotschaft gibt das Management leichte Entwarnung für das laufende Tagesgeschäft. Die operative Liquidität sei aktuell nicht betroffen, da bis zum geplanten Verkauf 2028 keine direkten Geldflüsse zwischen Mutterkonzern und Ökostromtochter vorgesehen sind.

Dennoch hat die Situation administrative Konsequenzen. Die komplexen Neubewertungen könnten dazu führen, dass der für den 30. April 2026 geplante Jahresabschluss verschoben werden muss.

Die Kernpunkte der aktuellen Lage:

  • Ursache: Marktschwäche bei Erneuerbaren Energien in US/EU.
  • Risiko: Gefährdung der Refinanzierungsfähigkeit nach 2028.
  • Reaktion: Verhandlungen mit Gläubigern laufen.

Personeller Umbruch forciert

Parallel zur finanziellen Bewältigung der seit 2024 andauernden Krise baut der Konzern seine Führungsstruktur um. Im Aufsichtsrat stehen umfangreiche Wechsel an: Michael Höllerer und Monika Hohlmeier legen ihre Mandate Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai.

Gleichzeitig greifen strukturelle Änderungen. Die Amtszeiten im Kontrollgremium wurden von fünf auf vier Jahre verkürzt, und ein rotierendes Wahlsystem soll künftig für mehr Dynamik sorgen. Jährlich werden ab 2028 zwei Mitglieder neu gewählt.

Der Erfolg der gesamten Restrukturierung hängt nun maßgeblich von den Ergebnissen der Gespräche mit den Banken ab. Sollte keine Lösung für die Wertminderung der BayWa r.e. gefunden werden, droht dem Agrarhändler spätestens 2028 eine erhebliche Finanzierungslücke, die das Fortbestehen in der jetzigen Form infrage stellt.

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