Nordex Aktie: Licht und Schatten
Zum Wochenstart präsentiert sich die Nordex SE mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern. Während der Turbinenbauer operativ mit einem strategisch wichtigen Großauftrag in Südafrika punktet, braut sich im entscheidenden Heimatmarkt regulatorischer Ärger zusammen. Pläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium könnten die Investitionssicherheit für Windparkbetreiber beeinträchtigen – was bedeutet dieser Konflikt für den zuletzt robusten Aufwärtstrend der Aktie?
- Neuer Auftrag: 194 MW für zwei Windparks in Südafrika (Inbetriebnahme 2027).
- Marktposition: 31,5 % Marktanteil bei Neuinstallationen in Deutschland (2025).
- Kursentwicklung: Aktuell 32,80 Euro (+8,39 % seit Jahresbeginn).
- Risikofaktor: Diskussion um Vergütungsreform („Redispatch“) in Deutschland.
Operativer Erfolg im Ausland
Auf der operativen Ebene liefert der Hamburger Konzern positive Nachrichten. Die Tochtergesellschaft Nordex Energy South Africa finalisierte einen Auftrag über insgesamt 33 Turbinen des Typs N163/5X. Die Projekte „Zen“ und „Bergriver“ in der Provinz Westkap umfassen ein Gesamtvolumen von 194 Megawatt.
Besonders relevant ist die Struktur des Auftraggebers: Hinter dem Deal steht ein Konsortium unter Führung von ACCIONA Energía, dem Großaktionär von Nordex, sowie dem lokalen Partner H1 Capital. Dieser interne Rückhalt stärkt die Auftragsbücher für das Jahr 2027 und unterstreicht die Wachstumsstrategie außerhalb Europas. Dass die Aktie am Montag bei 32,80 Euro notiert und damit deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 31,63 Euro liegt, spiegelt das Vertrauen des Marktes in diese internationale Expansion wider.
Regulatorische Unsicherheit im Heimatmarkt
Gedämpft wird die Stimmung jedoch durch Berichte aus Berlin. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet an einem sogenannten „Netzpaket“, das die Synchronisation von Erneuerbaren-Ausbau und Netzkapazitäten verbessern soll. Der Haken für die Branche liegt im Detail des „Redispatch-Vorbehalts“.
Der Entwurf sieht vor, dass Betreiber neuer Anlagen in überlasteten Netzgebieten künftig auf Entschädigungen verzichten müssen, wenn ihre Windräder wegen Netzengpässen abgeregelt werden. Branchenvertreter wie Green Planet Energy kritisieren den Vorstoß scharf. Für Nordex ist dies brisant: Mit einem Marktanteil von zuletzt 31,5 Prozent ist Deutschland das Rückgrat des Absatzes. Eine sinkende Investitionssicherheit bei den Kunden könnte direkte Auswirkungen auf künftige Auftragseingänge im Inland haben.
Geopolitische Karte als Chance
Während die nationale Regulierung bremst, könnte die Geopolitik den Hamburgern in die Hände spielen. Ein aktueller Bericht des norwegischen Geheimdienstes warnt explizit vor Sicherheitsrisiken durch chinesische Komponenten in der kritischen Energieinfrastruktur. Da Wettbewerber wie Goldwind zudem wegen potenziell wettbewerbsverzerrender Subventionen im Visier der EU stehen, könnten europäische Hersteller wie Nordex oder Vestas als „sichere Bank“ bevorzugt werden.
Das Spannungsfeld zwischen globalem Auftragsmomentum und nationalen Regulierungsrisiken prägt die aktuelle Bewertung. Zwar belastet die Unsicherheit um das deutsche Netzpaket die Fantasie, doch der solide Auftragsbestand und die geopolitische Positionierung bieten ein Gegengewicht. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob der Gesetzentwurf in Berlin in dieser Schärfe bestehen bleibt oder zugunsten der Investitionssicherheit entschärft wird.
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