Der Konzern vermeldet zwar erste Erfolge beim Schuldenabbau, doch hinter den Kulissen brennt es lichterloh. Ausgerechnet das Herzstück der milliardenschweren Rettungsstrategie gerät ins Wanken, während die Führungsspitze zerfällt. Droht dem ohnehin angeschlagenen Unternehmen nun der komplette Rückschlag?

Auf den ersten Blick liefert der Abschluss des Cefetra-Verkaufs positive Signale. Der Deal spült 125 Millionen Euro in die Kasse und befreit die Konzernbilanz durch Entkonsolidierung von über 600 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten. Insgesamt drückte BayWa die Schuldenlast damit um rund 1,3 Milliarden Euro. Doch zur Wahrheit gehört auch: Das bis 2028 ausgegebene Sanierungsziel liegt bei vier Milliarden Euro. Es klafft weiterhin eine Lücke von 2,7 Milliarden Euro.

Das Herzstück der Rettung bröckelt

Den Großteil dieser Restsumme sollte eigentlich ein Teilverkauf der Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. einbringen. Etwa zwei Milliarden Euro waren fest eingeplant. Genau diese Säule der Restrukturierung bricht nun weg, das Management räumt wesentliche Abweichungen von den ursprünglichen Planungen ein.

Ursächlich dafür ist das veränderte Marktumfeld in den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt für BayWa im Jahr 2024. Gekappte Projektpipelines und gestrichene Steueranreize unter der neuen US-Regierung drücken die Bewertungen der Wind- und Solarparks. In der Folge schrumpft das Eigenkapital, was zwangsläufig zum Bruch wichtiger Kreditklauseln hinsichtlich der Eigenkapitalquote führt.

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Führungsbeben und Notverkäufe

Die tiefe Krise fordert parallel personell ihren Tribut. Vorstandschef Dr. Frank Hiller muss seinen Posten als Vorsitzender mit sofortiger Wirkung räumen. Gleichzeitig verlassen bis Ende Mai drei Aufsichtsratsmitglieder das Gremium, nachdem Kritik am ehemals mitgetragenen Expansionskurs laut wurde. Als Reaktion auf die Entwicklungen greifen nun strengere Kontrollmechanismen: Geschäfte müssen bereits ab 50 Millionen Euro – statt bisher 200 Millionen Euro – vom Aufsichtsrat abgesegnet werden.

Um finanziell gegenzusteuern, bereitet das Unternehmen für dieses Jahr den Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global vor. Dieser Schritt soll rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen. Zusätzlich läuft ein harter operativer Rückbau, dem bis 2027 rund 1.300 Stellen zum Opfer fallen.

Erschwert wird die Lage durch eine anhaltende BaFin-Prüfung des 2023er-Abschlusses, die den testierten Jahresbericht für 2025 verzögert. Am 26. März wird BayWa mit den Zahlen zum vierten Quartal detaillierte Einblicke in den Sanierungsstand geben. Dieser Termin entscheidet konkret darüber, ob die Gläubigerbanken den angepassten Planungen zustimmen oder ob das Unternehmen angesichts der drastischen Wertberichtigungen in der Energiesparte seine gesamte Überlebensstrategie neu aufsetzen muss.

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