Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk vollzieht im Streit um seine lukrativen Abnehmspritzen eine bemerkenswerte Kehrtwende. Statt das Telemedizin-Unternehmen Hims & Hers wegen Patentverletzung weiter vor Gericht zu bekämpfen, machen die beiden einstigen Kontrahenten nun gemeinsame Sache. Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der der Marktführer seine Dominanz gegen wachsenden Margendruck und starke Konkurrenz verteidigen muss.

Aus Rivalen werden Partner

Noch vor wenigen Wochen drohte Novo Nordisk mit rechtlichen Konsequenzen. Hims & Hers hatte angekündigt, eine deutlich günstigere, nachgemachte Version des Blockbusters Wegovy auf den Markt zu bringen. Die Dänen bezeichneten dies umgehend als ungetestetes Imitat und reichten Klage ein.

Nun die plötzliche Einigung: Hims & Hers vertreibt künftig die Originalpräparate Ozempic und Wegovy zu regulären Preisen über seine Plattform. Im Gegenzug verzichtet der Telemedizin-Anbieter auf den Verkauf der günstigeren, selbst hergestellten GLP-1-Alternativen. Novo Nordisk zieht die Klage vorerst zurück, behält sich diesen juristischen Schritt für die Zukunft aber ausdrücklich offen.

Strategie gegen den Gegenwind

Dieser pragmatische Ansatz kommt nicht von ungefähr, denn Novo Nordisk steht operativ zunehmend unter Zugzwang. Die im Februar veröffentlichte Prognose für das Jahr 2026 enttäuschte den Markt: Das Unternehmen rechnet währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent. Neben dem harten Wettbewerb durch den Rivalen Eli Lilly belasten auch sinkende Bruttomargen und neue Preisvereinbarungen mit der US-Regierung die Bilanz.

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Marktbeobachter werten die Partnerschaft mit Hims & Hers daher als gezielten Schachzug. Anstatt Zeit und Geld in einen langen Rechtsstreit zu investieren, nutzt Novo Nordisk die Reichweite der Telemedizin-Plattform, um den aktuellen Marktanteil von 62 Prozent im Bereich der GLP-1-Präparate abzusichern.

Die operative Anspannung der vergangenen Monate spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Nach einem Rückgang von über 23 Prozent seit Jahresbeginn notiert der Titel aktuell bei 34,34 Euro. Damit hat sich der Kurs im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von gut 74 Euro mehr als halbiert. Die Nachricht über die beigelegte Klage sorgte bei Anlegern heute immerhin für leichte Erleichterung und bescherte dem Papier ein Tagesplus von rund 3,5 Prozent.

Fokus auf Forschung und Kurspflege

Parallel zum angepassten Vertrieb treibt Novo Nordisk die Kurspflege voran. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms im Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden Dänischen Kronen erwirbt das Unternehmen kontinuierlich eigene Papiere. Langfristig ruhen die Hoffnungen jedoch auf der Forschungspipeline: Neue Kombinationspräparate wie CagriSema sowie Therapien gegen Bluterkrankheit sollen das Portfolio diversifizieren und Abhängigkeiten reduzieren.

Wie tiefgreifend der strategische Umbau tatsächlich ausfällt, wird sich bereits in Kürze zeigen. Am 26. März 2026 findet die Hauptversammlung in Kopenhagen statt. Investoren erwarten dort konkrete Details des Managements zur zukünftigen Wettbewerbsstrategie sowie eine Entscheidung über die mögliche Ausweitung der Aktienrückkäufe.

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