Neue Sorgenfalten für die Aktionäre des Münchner Agrarhandelsriesen. Die hoffnungsvolle Restrukturierung der BayWa AG droht ins Stocken zu geraten. Ausgerechnet die einst als Werttreiber gehandelte Ökostromtochter BayWa r.e. bereitet massive Probleme und zwingt den Vorstand zu sofortigen Gesprächen mit den Gläubigern.

Ökostromsparte verfehlt Ziele deutlich

Eine Ad-hoc-Meldung vom 2. Februar offenbart „wesentliche Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung der Tochtergesellschaft BayWa r.e. Als Hauptursache nennt das Management ungünstige Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Insbesondere in den USA wurden Steuervorteile gestrichen, während sich in Europa der Zubau von Wind- und Solaranlagen verlangsamt hat.

Diese Entwicklung trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle. Der geplante Verkauf der verbliebenen 35-Prozent-Beteiligung an BayWa r.e. bis Ende 2028 ist der zentrale Pfeiler des Sanierungskonzepts. Sollten die Verkaufserlöse aufgrund der aktuellen Schwäche niedriger ausfallen als kalkuliert, wäre die Refinanzierungsfähigkeit des gesamten Konzerns direkt betroffen.

Die Kernfakten zur Lage:
* Auslöser: Ad-hoc-Meldung über Planabweichungen bei BayWa r.e.
* Risiko: Gefährdung des Sanierungskonzepts durch sinkenden Unternehmenswert.
* Beteiligungsverhältnis: BayWa AG hält noch 35 %, Mehrheitseigner ist EIP (65 %).
* Zeitplan: Geplanter Komplettausstieg bis Ende 2028.

Gespräche mit Banken laufen

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Der Vorstand reagiert umgehend auf die veränderte Lage und hat vorsorgliche Gespräche mit Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen. Ziel ist es, die Refinanzierung am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen. Das Management betont jedoch, dass kurzfristig keine Gefahr für die Liquidität besteht. Bis zum geplanten Exit im Jahr 2028 sind keine Zahlungsströme zwischen der Muttergesellschaft und der Ökostromtochter vorgesehen.

Dennoch haben die Turbulenzen administrative Folgen: Die Unsicherheiten könnten den Zeitplan für den Jahresabschluss 2025 durcheinanderbringen, dessen Veröffentlichung ursprünglich bis spätestens 30. April 2026 geplant war.

Hintergrund: Ein Konzern im Umbruch

Die BayWa AG kämpft bereits seit 2024 mit den Folgen einer aggressiven, schuldenfinanzierten Expansion, die das Eigenkapital massiv belastete. Erst im Februar 2025 hatte der Investor Energy Infrastructure Partners (EIP) die Mehrheit an der Ökostromtochter übernommen, um Kapital zuzuführen.

Trotz der aktuellen Rückschläge und personellen Unruhen – im Januar trat der Vorstandsvorsitzende zurück – gibt sich die Führungsebene weiterhin zuversichtlich, die Sanierung erfolgreich abzuschließen. Die nächste wichtige Wegmarke für Anleger ist der 26. März 2026. An diesem Datum werden voraussichtlich konkrete Details zu den Jahreszahlen und der angepassten Strategie erwartet.

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