Wenige Tage vor der Vorlage der neuen Quartalszahlen am 26. März verschärft sich die ohnehin angespannte Lage beim Agrar- und Energiekonzern massiv. Neben einer formellen Rüge der Finanzaufsicht BaFin und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen das frühere Management offenbart der Sanierungsplan ein gewaltiges Loch. Das ursprüngliche Rettungskonzept des Unternehmens ist damit de facto hinfällig.

Behörden greifen hart durch

Die Finanzaufsicht BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet. Das Unternehmen hatte wesentliche Finanzierungsrisiken im Lagebericht verschwiegen. Konkret fehlten die Bedingungen eines Milliardenkredits sowie die Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe und kurzlaufende Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro.

Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den damaligen Vorstandschef Marcus Pöllinger. Diese juristischen Entwicklungen werfen unweigerlich ein kritisches Licht auf die Wirtschaftsprüfer von PwC, die dem damaligen Abschluss ein uneingeschränktes Testat erteilt hatten.

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2,7 Milliarden Euro fehlen im Sanierungsplan

Auch auf der operativen Seite türmen sich die Probleme. Vom anvisierten Sanierungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 fehlen aktuell rund 2,7 Milliarden Euro. Hauptgrund für diese Finanzierungslücke sind verschlechterte Rahmenbedingungen für Projektentwickler im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA. Die veränderte US-Energiepolitik drückt den erzielbaren Verkaufspreis für die Tochtergesellschaft BayWa r.e. erheblich nach unten.

Eine partielle Entlastung bringt lediglich der Verkauf des Getreidehändlers Cefetra. Dieser spült 125 Millionen Euro in die Kasse und befreit die Konzernbilanz durch die Entkonsolidierung von Bankverbindlichkeiten in Höhe von über 600 Millionen Euro.

Harte Einschnitte auf Führungsebene

Als Konsequenz aus dem schuldenfinanzierten Expansionskurs der Vergangenheit baut der Konzern seine Kontrollgremien um. Künftig muss der Aufsichtsrat bereits bei Geschäften ab 50 Millionen Euro zustimmen – zuvor lag diese Schwelle bei 200 Millionen Euro. Zudem kommt es zu weitreichenden personellen Abgängen:

  • Dr. Frank Hiller legt sein Vorstandsamt mit sofortiger Wirkung nieder.
  • Monika Hohlmeier und Michael Höllerer verlassen den Aufsichtsrat Ende März 2026.
  • Monique Surges legt ihr Aufsichtsratsmandat Ende Mai 2026 nieder.

Am 26. März wird der Konzern seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegen und das genaue Ausmaß der Abschreibungen in der Energiesparte beziffern. Aufgrund der notwendigen Neubewertungen dürfte sich der vollständige Jahresabschluss 2025 bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Bis dahin verhandelt das Management mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst 2026, um zwingend benötigte Zeit für ein völlig neues Sanierungskonzept zu gewinnen.

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