Trumps Energiepolitik hat BayWas Restrukturierung auf den Kopf gestellt. Der Agrarkonzern muss seinen Sanierungsplan grundlegend neu aufsetzen — weil die kalkulierten 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Energietochter BayWa r.e. nicht mehr erreichbar sind. Am 26. März folgen erste Quartalsdaten, der vollständige Jahresabschluss 2025 könnte jedoch erst Ende 2026 vorliegen.

Der externe Schock aus Washington

BayWa r.e. erwirtschaftete 2024 ihren wichtigsten Einzelmarkt in den USA — mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung. Genau dieser Markt ist nun unter Druck geraten. Im Januar 2025 stoppte US-Präsident Trump Fördermittel für erneuerbare Energien in Höhe von über 300 Milliarden Dollar. Im Februar erklärte er Treibhausgase als nicht mehr gesundheitsschädlich, womit zentrale Auflagen für fossile Energieträger entfallen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Die Folge: Die wirtschaftlichen und regulatorischen Grundlagen, auf denen der Sanierungsplan aufgebaut war, existieren so nicht mehr. BayWa r.e.-Sanierer Hans-Joachim Ziems will in Europa auf spezifische Kernmärkte setzen, in den USA einen selektiven Ansatz verfolgen.

Milliardenlücke im Sanierungskonzept

Der ursprüngliche Plan sah bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen BayWa-r.e.-Beteiligung vor. Diese Zahl ist nach dem aktualisierten Mittelfristplan 2026–2028 nicht mehr realistisch. Vom Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 stehen bislang knapp 33 Prozent auf der Habenseite.

Auch die EBITDA-Ziele wurden deutlich zurückgeschraubt: Statt der ursprünglich angesetzten rund 230 Millionen Euro für 2028 plant BayWa r.e. nun mit gut 140 Millionen Euro für 2027 und rund 150 Millionen Euro für 2030 — der Planungshorizont verlängert sich damit um zwei Jahre.

Um die Schuldenlast weiter zu senken, soll der Verkauf der neuseeländischen Tochter Turners & Growers rund 300 Millionen Euro einbringen. Seit 2025 hat BayWa die Verbindlichkeiten bereits um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert, maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra.

Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026

BayWa verhandelt derzeit mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung, die bis Herbst 2026 gelten soll. Sie soll Zeit schaffen, um das Sanierungskonzept und die Finanzierungsvereinbarungen anzupassen. Spätestens dann muss das Management ein vollständig überarbeitetes Konzept vorlegen.

Parallel vollzieht sich ein Führungswechsel: Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Hiller trat mit sofortiger Wirkung zurück und verlässt das Unternehmen zum 31. Juli 2026. Die Zustimmungsschwelle für Großgeschäfte im Aufsichtsrat wurde von 200 auf 50 Millionen Euro abgesenkt — eine deutlich engere Kontrolle als bisher.

Die Jahresprognose für 2026 hat BayWa komplett gestrichen. Das operative Kerngeschäft und die Liquidität der Muttergesellschaft sollen laut Ad-hoc-Mitteilung davon unberührt bleiben. Die Q4-Zahlen am 26. März werden zeigen, wie tief die Abweichungen bei BayWa r.e. tatsächlich reichen — und wie belastbar der ohnehin eng gestrickte Zeitplan für den Jahresabschluss 2025 noch ist.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...