Der Agrar- und Handelskonzern erkauft sich in seiner tiefen Krise mehr Zeit. Während das Management mit den Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verhandelt, rückt der vollständige Jahresabschluss 2025 in weite Ferne. Ein externer Schock zwingt das Unternehmen dazu, den gesamten Restrukturierungsplan grundlegend neu zu berechnen.

US-Energiepolitik durchkreuzt Sanierungsplan

Ursächlich für die massive Verzögerung bei der Finanzberichterstattung ist die Konzerntochter BayWa r.e. Der bisherige Rettungsplan kalkulierte damit, bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an der Energietochter zu erlösen. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen in den USA drücken nun jedoch die erzielbaren Verkaufspreise erheblich. Infolgedessen ist diese Summe nach dem neuen Mittelfristplan nicht mehr erreichbar.

Die Erstellung des Jahresabschlusses 2025 verschiebt sich wegen der nötigen Neubewertung der Beteiligung voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026. Die Jahresprognose für 2026 hat das Unternehmen in diesem Zuge komplett gestrichen. Der Planungshorizont für die Energietochter verlängert sich um zwei Jahre auf 2030, wobei die Zielvorgaben für das bereinigte EBITDA bei gut 140 Millionen Euro für 2027 und rund 150 Millionen Euro für 2030 liegen.

Fortschritte beim Schuldenabbau

Trotz des Rückschlags verzeichnet der Konzern messbare Fortschritte beim operativen Rückbau. Von dem anvisierten Gesamtsanierungsziel in Höhe von 4 Milliarden Euro bis 2028 hat das Unternehmen bislang knapp ein Drittel erreicht. Die Schuldenlast sank seit 2025 um rund 1,3 Milliarden Euro, was maßgeblich auf den Verkauf der Handelstochter Cefetra zurückzuführen ist.

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Parallel dazu treibt das Management die strukturelle Verschlankung mit konkreten Zielen weiter voran:
* Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global
* Reduzierung des Konzernumsatzes auf rund 10 Milliarden Euro bis 2028
* Abbau von etwa 1.300 Stellen bis 2027 (davon 40 Prozent in der Zentralverwaltung)
* Schließung von 26 der weltweit über 400 Niederlassungen

Personeller Umbruch und BaFin-Kritik

Der immense Restrukturierungsdruck fordert an der Konzernspitze seinen Tribut. Das Mandat des Vorstandsvorsitzenden Dr. Frank Hiller endete mit sofortiger Wirkung. Parallel dazu kündigten mehrere Aufsichtsratsmitglieder ihren Rückzug bis Ende Mai an. Das Kontrollgremium stand zuletzt in der Kritik, den schuldenfinanzierten Expansionskurs der vergangenen Jahre gestützt zu haben. Künftig greifen schärfere Regeln: Alle Geschäfte über 50 Millionen Euro müssen vom Aufsichtsrat gebilligt werden – zuvor lag diese Schwelle bei 200 Millionen Euro.

Zusätzlichen Gegenwind liefert die Finanzaufsicht BaFin. Eine Prüfung ergab, dass BayWa im Jahresabschluss 2023 wesentliche Finanzierungsrisiken, darunter die Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken von Anleihen, im Lagebericht verschwiegen hatte.

Der nächste konkrete Orientierungspunkt für Investoren ist der 26. März, an dem BayWa die Quartalszahlen für Ende 2025 vorlegen will. Spätestens mit dem Auslaufen der angestrebten Stillhaltevereinbarung im Herbst 2026 muss das Management den Gläubigern ein vollständig überarbeitetes und tragfähiges Sanierungskonzept präsentieren. Laut Unternehmensangaben ergeben sich aus der neuen Planung vorerst keine negativen Auswirkungen auf die aktuelle Liquidität.

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