BayWa zieht die Zügel in der Kontrolle spürbar an – und das ausgerechnet dort, wo es in der Vergangenheit Kritik gab: im Aufsichtsrat. Drei langjährige Mitglieder legen ihre Mandate vorzeitig nieder, gleichzeitig senkt das Unternehmen die Schwellen für zustimmungspflichtige Geschäfte deutlich. Doch was steckt hinter diesem Doppel-Schritt aus Personalwechsel und strengeren Regeln?

  • Drei Rücktritte im Aufsichtsrat: zwei zum 31. März 2026, einer zum 30. Mai 2026
  • Neue Governance-Regel: Zustimmungspflicht schon ab 50 Mio. Euro (vorher 200 Mio. Euro)
  • Sanierung seit 2024 nach Schuldenaufbau von über 5 Mrd. Euro

Drei Mandate enden vorzeitig

Wie BayWa mitteilte, geben Monika Hohlmeier (CSU-Politikerin und EU-Abgeordnete) und Michael Höllerer (Vertreter der österreichischen Raiffeisenbanken) ihre Aufsichtsratsmandate zum 31. März 2026 ab. Monique Surges, Geschäftsführerin der Deutsch-Neuseeländischen Handelskammer, scheidet zum 30. Mai 2026 aus.

Die Veränderungen fallen in eine Phase, in der der Konzern seinen Umbau weiter vorantreibt. Hintergrund ist die seit 2024 laufende Sanierung, nachdem eine hohe Verschuldung aus einer langjährigen Expansionsstrategie den Konzern in eine Krise gebracht hatte. In der Vergangenheit gab es zudem Vorwürfe, der Aufsichtsrat habe die frühere Unternehmensführung zu wenig kritisch begleitet.

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Strengere Regeln für zustimmungspflichtige Geschäfte

Parallel zu den Personalien hat Aufsichtsratschef Gregor Scheller strukturelle Reformen angestoßen. Der zentrale Hebel: BayWa senkt den Schwellenwert, ab dem der Vorstand für Geschäfte die Zustimmung des Aufsichtsrats braucht, von 200 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro. Damit werden deutlich mehr Entscheidungen früher an das Kontrollgremium gebunden.

Auch die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder wird verkürzt – von fünf auf vier Jahre. Ab 2028 soll zudem ein rotierendes Wahlsystem greifen, bei dem jedes Jahr zwei Mitglieder neu bestimmt werden. Für die anstehenden Neubesetzungen definiert BayWa ein neues Kompetenzprofil, das Expertise in Landwirtschaft, Bauen und Handel sowie in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz ausdrücklich verlangt.

Sanierung: Vertrauen der Kapitalgeber im Blick

Der Umbau soll laut Darstellung ein Baustein sein, um das Vertrauen der Kapitalgeber zurückzugewinnen. Die Krise hatte 2024 ihren Höhepunkt, als die Bedienung einer Schuldenlast von über 5 Milliarden Euro in Frage stand.

Während Joachim Rukwied sein Mandat behält, markieren die angekündigten Rücktritte eine Zäsur zur Ära des ehemaligen Vorstandschefs Klaus Josef Lutz. Die Nachbesetzung der frei werdenden Aufsichtsratspositionen ist für die Hauptversammlung 2026 vorgesehen.

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