Das ursprüngliche Rettungskonzept für BayWa trägt nicht mehr. Eine Ad-hoc-Mitteilung vom 11. März hat offengelegt, was den Münchner Agrar- und Energiekonzern in eine neue Krisenstufe versetzt: Die Energietochter BayWa r.e. – das Herzstück des gesamten Entschuldungsplans – verfehlt ihre Planziele massiv.

BayWa r.e. als Schwachstelle

Der bisherige Sanierungsplan kalkulierte bis Ende 2028 mit rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. Diese Zahl ist nach dem neuen Mittelfristplan 2026–2028 nicht mehr erreichbar. Als Haupttreiber nennt der Vorstand verschlechterte regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Projektentwickler erneuerbarer Energien – insbesondere in den USA, wo BayWa r.e. im Geschäftsjahr 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung ihren wichtigsten Einzelmarkt hatte. Die veränderte US-Energiepolitik drückt den erzielbaren Verkaufspreis erheblich.

Die neue Planung sieht für 2027 ein bereinigtes EBITDA von gut 140 Millionen Euro vor, bis Ende 2030 rund 150 Millionen Euro. Der Planungshorizont verlängert sich damit um zwei Jahre auf 2030.

Beim Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 stehen bislang knapp 33 Prozent auf der Habenseite. Seit 2025 hat BayWa die Schuldenlast um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert – maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra, bei dem die Entkonsolidierung Bankverbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro aus den Büchern tilgte. Die verbleibenden 2,7 Milliarden Euro bleiben ein wachsendes Problem.

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Führungswechsel und verschärfte Kontrollen

Die Rückschläge ziehen personelle Konsequenzen nach sich. Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus, sein Mandat als Vorsitzender endete bereits mit sofortiger Wirkung. Drei Aufsichtsratsmitglieder legen ihre Mandate nieder: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer Ende März, Monique Surges Ende Mai. Die Scheidenden standen intern in der Kritik, den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen zu haben.

Gleichzeitig wurden die Kontrollmechanismen verschärft: Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro billigen – die bisherige Schwelle lag bei 200 Millionen Euro.

Regulatorischer Druck und verzögerter Abschluss

Zusätzlich belastet eine BaFin-Prüfung die Lage. Die Finanzaufsicht untersucht seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023 wegen unzureichend dargestellter Finanzierungsrisiken. Als Folge dürfte sich die Vorlage des Konzernabschlusses für 2025 bis in das vierte Quartal 2026 verzögern.

Kurzfristig verhandelt BayWa mit seinen Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung, die bis in den Herbst 2026 reichen soll – sie soll Zeit schaffen, das Sanierungskonzept neu aufzustellen. Am 26. März folgen die Q4-Zahlen, die zeigen werden, wie hoch der Abschreibungsbedarf bei BayWa r.e. tatsächlich ausfällt und ob der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro den Kurs stützen kann.

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