Die Bayer-Aktie steht massiv unter Druck. Am Dienstag verliert der Titel deutlich an Wert, während Anleger auf die verschobene Bilanzvorlage am morgigen Mittwoch warten. Im Fokus: Ein milliardenschwerer Vergleichsvorschlag im langjährigen Glyphosat-Rechtsstreit und dessen finanzielle Konsequenzen für den angeschlagenen Konzern.

Kursrutsch vor Zahlenvorlage

Im XETRA-Handel sackt die Aktie am Dienstagmittag um 4,8 Prozent auf 38,68 Euro ab. Das Handelsvolumen liegt bei über 2,3 Millionen Stück. Die Nervosität der Investoren ist greifbar – und hat konkrete Gründe.

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Bayer hatte den ursprünglich für den 25. Februar geplanten Bilanztermin kurzfristig auf den 4. März verschoben. Der Grund: Das Management muss einen vorgeschlagenen US-Vergleich in der Jahresrechnung 2025 abbilden. Diese Verschiebung signalisiert die Tragweite der juristischen Belastung.

7,25 Milliarden Dollar für Rechtssicherheit

Der Leverkusener Konzern schlägt einen landesweiten Vergleich in Höhe von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar vor. Damit sollen aktuelle und künftige Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup beigelegt werden. Kläger werfen Bayer vor, das glyphosathaltige Mittel habe Non-Hodgkin-Lymphome verursacht.

Die Zahlungen sollen gestreckt über bis zu 21 Jahre in sinkenden Jahresraten erfolgen. Kläger können sich gegen eine Teilnahme entscheiden – steigt die Zahl der Ausstiege zu stark, behält sich Bayer vor, die Vereinbarung zu beenden. Die gerichtliche Genehmigung steht noch aus.

Zur Zwischenfinanzierung hat sich das Unternehmen eine Bankkreditlinie über 8 Milliarden US-Dollar gesichert. Die endgültige Finanzierung soll über Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente erfolgen. Eine Kapitalerhöhung schließt der Vorstand aus. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten erhöhen sich von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro.

Negativer Cashflow erwartet

Für 2026 rechnet das Management mit einem negativen Free Cashflow. Grund sind prozessbedingte Auszahlungen in Höhe von rund 5 Milliarden Euro. Diese Prognose dürfte morgen im Detail präsentiert werden und gibt bereits jetzt Anlass zur Sorge bei Investoren.

Parallel zum Vergleichsvorschlag treibt Bayer seine juristische Offensive voran. Am 2. März reichte der Konzern einen Schriftsatz beim Obersten Gerichtshof der USA ein. Im Fall Durnell v. Monsanto argumentiert Bayer, dass Bundesrecht Vorrang vor einzelstaatlichen Regelungen zu Warnhinweisen habe. Ein Erfolg könnte zahlreiche Klagen für nichtig erklären. Die mündliche Verhandlung ist für den 27. April angesetzt.

Die Doppelstrategie aus Vergleich und juristischem Gang bis zur höchsten Instanz zeigt: Bayer sucht nach Wegen aus dem Rechtsstreit-Sumpf. Ob der vorgeschlagene Milliarden-Deal die erhoffte Entlastung bringt, hängt wesentlich von der Akzeptanz unter den Klägern ab. Die morgigen Zahlen werden zeigen, wie stark die Altlasten die operative Entwicklung belasten.

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