Am Mittwoch bündelt Bayer gleich zwei Themen, die Anleger ungern im selben Atemzug hören: Bilanz und Prozessrisiko. Früh morgens kommt der Jahresbericht 2025 – kurz darauf richtet sich der Blick auf eine wichtige Anhörung zum geplanten Roundup-Vergleich in den USA. Genau dort droht nun eine Verzögerung, die die juristische Hängepartie verlängern könnte.

Der Markt reagierte zuletzt ohnehin nervös: In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie 10,29% und schloss gestern bei 40,38 Euro.

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Mittwoch als Doppeltermin

Für 7:30 Uhr MEZ ist die Veröffentlichung des Jahresberichts 2025 angesetzt. Direkt im Anschluss steht in Missouri eine Anhörung an, die für den milliardenschweren Roundup-Vergleich entscheidend ist. Damit treffen Finanzkommunikation und Rechtsrisiko an einem Handelstag aufeinander – eine Konstellation, die die Wahrnehmung des Konzerns stark prägen kann.

Roundup-Vergleich: Widerstand gegen das Paket

Bayer wollte die Roundup-Streitigkeiten mit einem Vergleich über 7,25 Mrd. US-Dollar weiter eindämmen. Doch 14 Kanzleien, die nach Angaben im Verfahren rund 20.000 Kläger vertreten, stellen sich gegen den Zeitplan. Sie beantragen eine Verschiebung der Anhörung um mindestens 60 Tage.

Die Begründung: Das mehr als 600 Seiten starke Vergleichspaket sei erst am 17. Februar zugegangen. Für eine gründliche Prüfung sei das zu knapp. Gibt das Gericht dem Antrag statt, würde sich die Unsicherheit bis in den späten Frühling ziehen – und einen relevanten Teil der rund 65.000 noch offenen Fälle betreffen.

Ein möglicher längerfristiger Hebel bleibt der Supreme Court: Eine Entscheidung im Fall „Durnell“ wird bis Juni erwartet und könnte den Rahmen für künftige Klagen beeinflussen.

Hohe Rückstellungen, kleiner Lichtblick

Die Rechtslast zeigt sich deutlich in der Bilanz: Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten stiegen von 7,8 Mrd. Euro auf 11,8 Mrd. Euro, davon 9,6 Mrd. Euro für Glyphosat. Für 2026 erwartet Bayer litigationsbezogene Auszahlungen von rund 5 Mrd. Euro sowie einen negativen Free Cashflow. Zur Finanzierung nennt der Konzern unter anderem eine Kreditlinie über 8 Mrd. US-Dollar sowie Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente.

Operativ gab es zuletzt auch positive Nachrichten: In der Onkologie meldete Bayer einen Phase-III-Erfolg. Eine Kombinationstherapie mit dem Prostatakrebs-Medikament Xofigo senkte das Sterberisiko bei metastasiertem Prostatakarzinom um 24% gegenüber der Einzelbehandlung; das mediane Gesamtüberleben stieg auf 38,2 Monate (vs. 32,6 Monate). An der Börse reichte das bislang aber nicht für eine nachhaltige Stabilisierung.

Unterm Strich läuft am Mittwoch vieles auf eine konkrete Frage hinaus: Kommt die Vergleichsanhörung wie geplant – oder zieht sich das Thema Roundup weiter in die Länge? Klar ist: Eine Verschiebung würde Bayers Rechtsunsicherheit verlängern, während der Jahresbericht parallel die finanzielle Dimension der Belastungen schwarz auf weiß liefert.

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