Bayer Aktie: Zwei Termine
Diese Woche wird für Bayer zur Bewährungsprobe mit Kalenderdruck. Am Mittwoch legt der Konzern den Jahresbericht 2025 vor – während in den USA ausgerechnet beim großen Roundup-Vergleich noch nicht einmal ein Gerichtstermin steht. Wie viel Klarheit bringt der 4. März wirklich?
Die Börse reagiert bereits nervös: Heute verliert die Aktie 2,97% auf 40,51 Euro. Auf 30 Tage gerechnet steht ein Minus von 9,09% zu Buche.
Jahresbericht: Zahlen unter Rechtsdruck
Am Mittwoch, 4. März 2026, veröffentlicht Bayer um 7:30 Uhr MEZ den Jahresbericht 2025. Der Zeitpunkt ist heikel, weil der Rechtskomplex rund um Roundup weiterhin tief in die Finanzplanung eingreift.
Konkret hat Bayer die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf 11,8 Milliarden Euro erhöht. Gleichzeitig stellt das Unternehmen für 2026 einen voraussichtlich negativen freien Cashflow in Aussicht. Ein wesentlicher Treiber dahinter: Rund 5 Milliarden Euro an litigation-bezogenen Auszahlungen erwartet Bayer allein im Jahr 2026.
Um diese Abflüsse zu stemmen, hat sich der Konzern eine Brückenfinanzierung über 8 Milliarden US-Dollar gesichert. Im nächsten Schritt sollen die Schulden über vorrangige Anleihen und Hybridwertpapiere refinanziert werden. Für Anleger ist das vor allem ein Signal, dass Liquidität und Finanzierungskosten 2026 zentrale Themen bleiben.
Roundup-Vergleich: Widerstand – und kein Zeitplan
Der geplante Roundup-Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar sollte eigentlich ein großer Schritt Richtung Befriedung sein. Doch genau hier hakt es: Richter Timothy Boyer (St. Louis City Circuit Court), der die Sammelklage beaufsichtigt, hat bislang keinen Anhörungstermin angesetzt.
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Brisant ist zudem der Ton aus dem Lager der Kläger: In einer Eingabe, die am Mittwoch öffentlich wurde, erklärten Kanzleien, der Vergleich solle nicht „auf die Schnelle“ zur vorläufigen Genehmigung am 4. März durchgedrückt werden – nur 15 Tage nach Bekanntgabe. Ursprünglich war der 4. März als Datum vorgesehen, an dem die Kläger ihre vorläufige Zustimmung oder Ablehnung signalisieren sollten. Mehrere Anwälte fordern nun mehr Zeit, um den Vorschlag mit Mandanten zu besprechen.
Das ist der erste größere organisierte Widerstand gegen Bayers Versuch, einen Großteil der rund 65.000 noch offenen Roundup-Klagen in Bundes- und Staatsgerichten beizulegen. Bayer betont derweil, man sei weiterhin zuversichtlich, dass der Vergleich „für alle Anspruchsteller fair ist und die Genehmigung durch das Gericht verdient“. Die Anwälte, die den Deal mit ausgehandelt haben, hoffen laut eigener Stellungnahme auf keine Verzögerung der vorläufigen Genehmigungsanhörung.
Supreme Court: Juristischer Hebel im Hintergrund
Parallel läuft ein weiterer, potenziell entscheidender Strang: Der US Supreme Court will prüfen, ob das US-Pestizidrecht Bayer vor Klagen wegen unterlassener Warnhinweise auf Ebene der Bundesstaaten schützt. Mündliche Verhandlungen sind für Ende April angesetzt.
Bayer sieht diesen Fall als wesentlich an, um die Haftung im Roundup-Komplex zu begrenzen. Eine Entscheidung wird bis zum Sommer 2026 erwartet – und könnte damit die Verhandlungsposition in den Vergleichsgesprächen spürbar verschieben.
Zum 4. März kommt damit einiges zusammen: Um 7:30 Uhr liefert der Jahresbericht die finanzielle Standortbestimmung, flankiert von einem Investor-Videocall zu FY/Q4 2025 – während beim 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich in Missouri der Zeitplan weiter offen bleibt und zugleich Ende April der Supreme-Court-Termin als nächster fixer Marker im Roundup-Komplex steht.
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