Zwei Bayer-Führungskräfte haben Anfang März zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen: Sie kauften eigene Aktien für zusammen rund 557.000 Euro. Das Signal kommt in einem Moment, in dem der Konzern gleichzeitig Jahreszahlen vorlegt, einen milliardenschweren Rechtsvergleich vorantreibt und neue Pipeline-Daten präsentiert. Selten agiert Bayer an so vielen Fronten auf einmal.

Insider-Käufe im Kontext

Judith Hartmann erwarb am 5. März Aktien für rund 485.600 Euro zu je 37,36 Euro. Einen Tag später kaufte ein dem Aufsichtsratsmitglied Lori Schechter nahestehender Trust weitere Papiere für rund 71.600 Euro. Beide Käufe erfolgten kurz nach zwei wichtigen Ereignissen: der vorläufigen Gerichtsgenehmigung des Roundup-Vergleichs und der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025.

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Der Kurs notiert derzeit rund 11 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts und hat seit dem 52-Wochen-Hoch bei 49,17 Euro mehr als 22 Prozent verloren. Der RSI liegt bei etwa 19 – ein Wert, der auf einen technisch stark überverkauften Zustand hindeutet.

Roundup-Vergleich: Wichtige Fristen stehen an

Der wohl bedeutendste Fortschritt ist die vorläufige Zustimmung eines Gerichts in Missouri zu einem Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar im Roundup-Sammelklageverfahren. Damit soll der überwiegende Teil der rund 65.000 offenen Klagen beigelegt werden.

Die Konstruktion ist komplex: Bayer finanziert den Vergleich über bis zu 21 Jahre, muss aber bereits innerhalb von zehn Tagen 500 Millionen Dollar in einen Fonds einzahlen. Kläger können dem Vergleich bis zum 4. Juni widersprechen oder austreten. CEO Bill Anderson machte deutlich, dass die Vereinbarung nur trägt, wenn die Beteiligungsquote „sehr nah" an 100 Prozent liegt – andernfalls kann Bayer kündigen.

Parallel dazu hat der US Supreme Court Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil angenommen. Am 27. April werden die Argumente gehört, die Entscheidung erwartet Bayer für die zweite Junihälfte. Im Kern geht es darum, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise durch Bundesrecht ausgehebelt werden können – ein Ausgang, der die gesamte Rechtsstrategie des Konzerns erheblich beeinflussen würde.

Zahlen 2025 und trüber Cashflow-Ausblick

Die Jahreszahlen 2025 zeigen ein gemischtes Bild. Der Konzernumsatz erreichte 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA lag bei 9,7 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis schloss mit einem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro – bedingt durch hohe Sonderaufwendungen für Rechtsfälle. Der Free Cash Flow sank um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro.

Für 2026 rechnet Bayer mit einem negativen freien Cashflow von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Rechtszahlungen von rund 5 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch von aktuell rund 30 auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen. Die Dividende bleibt mit 0,11 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau.

Am Rande: Auf dem Europäischen Radiologiekongress in Wien präsentierte Bayer neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane, einem MRT-Kontrastmittel mit 60 Prozent niedrigerer Gadolinium-Dosis bei vergleichbarer Wirksamkeit. Zulassungsanträge laufen in der EU, Japan und weiteren Ländern.

Den nächsten Quartalsbericht legt Bayer am 12. Mai 2026 vor. Bis dahin geben die juristischen Termine den Takt vor: die Supreme-Court-Anhörung Ende April, die Kläger-Opt-out-Frist im Juni und die erwartete Gerichtsentscheidung im Sommer. An diesen Weichenstellungen hängt, ob der Rechtsüberhang endlich strukturell abnimmt – oder ob die Belastungen die operative Erholung weiter überlagern.

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