Bayer Aktie: Steigende Unruhe?
Bayer hat im langwierigen Roundup-Rechtsstreit eine wichtige Hürde genommen: Ein US-Gericht in Missouri billigte vorläufig den 7,25-Milliarden-Dollar-Sammelvergleich. Doch die Erleichterung wird gedämpft – durch schwache Jahreszahlen, einen verhaltenen Ausblick und die Warnung vor einem negativen Cashflow 2026. Die Aktie verlor daraufhin zweistellig.
Erste Hürde im Glyphosat-Streit genommen
Am 4. März erteilte der 22. Judicial Circuit Court of Missouri die vorläufige Genehmigung für Bayers Sammelvergleich. Das Konstrukt soll Schadensersatzforderungen von Personen abdecken, die nach der Nutzung des Unkrautvernichters Roundup an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankten. Die Vereinbarung läuft über bis zu 21 Jahre und zielt darauf ab, künftige Klagen zu begrenzen.
Bayer muss nun innerhalb von zehn Tagen 500 Millionen Dollar in einen Fonds einzahlen. Die rund 200.000 Klassenvertreter haben bis zum 4. Juni Zeit, sich zu entscheiden: Teilnahme, Einwände oder Ausstieg. CEO Anderson stellte klar, dass die Beteiligungsquote „sehr nah" an 100 Prozent liegen müsse – andernfalls behält sich Bayer vor, den Vergleich zu kündigen.
Parallel prüft der US Supreme Court am 27. April eine Bayer-Berufung. Kernfrage: Schließt Bundesrecht Klagen wegen fehlender Warnhinweise aus? Eine Entscheidung wird Mitte Juni erwartet. Seit der Monsanto-Übernahme 2018 haben die Rechtsstreitigkeiten Bayer bereits über 11 Milliarden Dollar gekostet.
Jahreszahlen solide, aber hohe Sonderlasten
Bayer erreichte 2025 seine Jahresziele mit einem Umsatz von 45,6 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sonderposten lag bei 9,7 Milliarden Euro, der Core-Gewinn je Aktie bei 4,91 Euro. Aufgrund hoher Rechtskosten rutschte das Nettoeinkommen jedoch auf minus 3,6 Milliarden Euro. Der Free Cashflow sank um ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro.
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Die Sparte Crop Science konnte währungsbereinigt um 1,1 Prozent zulegen. Getragen wurde das Wachstum vom Mais-Saatgut- und Traits-Geschäft, das um 13,2 Prozent zulegte – auch dank einer Lizenzvereinbarung mit Corteva. Im Gegenzug brachen die Umsätze bei Sojabohnen- und Baumwollsaatgut ein, nachdem die Dicamba-Zulassung in den USA aufgehoben wurde.
Ausblick: Stagnation und negativer Cashflow
Für 2026 erwartet Bayer währungsbereinigt stagnierende Umsätze und Ergebnisse. Die Vergleichszahlungen werden den Free Cashflow erstmals seit Jahren ins Minus drücken. Das „Dynamic Shared Ownership"-Programm soll Einsparungen von 2 Milliarden Euro bringen, mittelfristig strebt Bayer eine jährliche EBITDA-Margenverbesserung von 100 bis 150 Basispunkten bis 2029 an.
In der Pharma-Pipeline setzt der Konzern auf Gadoquatrane, ein niedrigdosiertes MRT-Kontrastmittel. Zulassungsanträge laufen in den USA, der EU, Japan und China. Auf dem Europäischen Radiologiekongress in Wien präsentierte Bayer neue Phase-III-Daten.
Drei Termine als Taktgeber
Die Aktie schloss am Freitag bei 36,42 Euro und liegt damit deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 42,80 Euro. Für das Jahr 2026 werden drei Termine entscheidend: die Opt-out-Frist am 4. Juni, die erwartete Supreme-Court-Entscheidung Mitte Juni und die Fairness-Anhörung am 9. Juli. Erst dann zeigt sich, ob der Vergleich tatsächlich die erhoffte Planungssicherheit bringt – oder ob das Rechtsrisiko weiter auf dem Cashflow lastet.
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