Bayer kommt beim Roundup-Rechtsstreit einen entscheidenden Schritt voran. Ein US-Gericht hat dem 7,25 Milliarden Dollar schweren Sammelvergleich eine vorläufige Genehmigung erteilt. Doch die Erleichterung bleibt verhalten: Widerstände sind bereits angekündigt, und der Supreme Court verhandelt Ende April über eine Grundsatzfrage, die das gesamte Konstrukt infrage stellen könnte.

Roundup-Deal nimmt Form an – mit Vorbehalten

Am 4. März gab der 22nd Judicial Circuit Court of Missouri grünes Licht für den vorgeschlagenen Sammelvergleich. Die Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar sollen über maximal 21 Jahre verteilt werden – sinkend und gedeckelt. Damit könnte Bayer rund 65.000 anhängige Klagen beenden, in denen Kläger behaupten, der Unkrautvernichter Roundup habe ihren Krebs verursacht.

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Die vorläufige Genehmigung ist jedoch nur eine Etappe. Betroffene haben bis zum 4. Juni Zeit, Einwände einzulegen oder aus dem Vergleich auszusteigen. Einzelne Mitglieder der Vergleichsklasse haben bereits signalisiert, genau das zu tun. Die entscheidende Fairness-Anhörung folgt am 9. Juli.

Parallel dazu steht am 27. April ein weiterer Termin im Kalender: Der Supreme Court verhandelt die Frage, ob Bundesrecht staatliche Klagen wegen fehlender Warnhinweise überhaupt zulässt. Ein Urteil zugunsten Bayers könnte die rechtliche Landschaft grundlegend verändern – oder die Vergleichsstrategie konterkarieren.

Zahlen solide, Ausblick getrübt

Operativ lieferte Bayer 2025 ab: Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 1,1 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 4,91 Euro. Das Mais-Geschäft legte dank starker Produktperformance um 13,2 Prozent zu. Doch hohe Sonderaufwendungen für Rechtsfälle drückten das Konzernergebnis auf minus 3,6 Milliarden Euro.

Für 2026 rechnet der Konzern mit stagnierendem Wachstum: Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro, EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der Free Cashflow soll negativ ausfallen – mit minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro. Grund sind erwartete Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch von 29,8 auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen.

Pipeline und Hauptversammlung

Abseits der Rechtsfront präsentierte Bayer auf dem Europäischen Radiologenkongress neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane, einem MRT-Kontrastmittel mit 60 Prozent reduzierter Gadolinium-Dosis. Zulassungsverfahren laufen in Japan, der EU, den USA und China.

Die Hauptversammlung findet am 24. April virtuell statt. Die Dividende bleibt bei symbolischen 0,11 Euro je Aktie – Zurückhaltung angesichts der finanziellen Belastungen.

CEO Bill Anderson, seit Mitte 2023 im Amt, hat den Auftrag, die Monsanto-Altlasten zu beenden. Die kommenden Monate zeigen, ob der Vergleich hält und die Gerichte mitspielen. Bis dahin bleibt die Rechtsunsicherheit der dominierende Faktor für die Bewertung der Aktie.

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