BASF schärft zum Jahresauftakt das Profil seiner Agrarsparte – und bereitet damit zugleich den Weg für den geplanten Börsengang dieser Division. Mit der Übernahme des Biologicals-Spezialisten AgBiTech und neuen Daten aus dem Coatings-Geschäft erhält die Investmentstory zusätzliche Facetten, während Analysten bei der Bewertung vorsichtig bleiben. Wie gut passt diese Strategie zur aktuellen Marktlage der BASF Aktie?

AgBiTech-Deal als Baustein für Biologicals

BASF Agricultural Solutions hat eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von AgBiTech unterzeichnet. Das Unternehmen mit Sitz in Texas ist auf biologische Insektenkontrolle spezialisiert und setzt natürlich vorkommende Viren zur Bekämpfung von Schädlingen in Kulturen wie Mais, Baumwolle und Sojabohnen ein.

Wichtige Eckpunkte der Transaktion:

  • Verkäufer ist die Private-Equity-Gesellschaft Paine Schwartz Partners
  • BASF übernimmt sämtliche Assets, geistiges Eigentum und Produktionsanlagen
  • Abschluss der Übernahme wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet
  • Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht

Strategischer Schwerpunkt ist der brasilianische Markt, einer der dynamischsten Regionen für biologischen Pflanzenschutz. AgBiTech adressiert dort insbesondere Lepidoptera-Raupen, die bereits zu staatlichen Notstandserklärungen geführt haben. Mit dem Zukauf stärkt BASF ihr Biologicals-Portfolio und erweitert das Angebot an nicht-chemischen Lösungen – ein Segment, das regulatorisch und politisch zunehmend Rückenwind erhält.

Die geplante Integration von AgBiTech zahlt direkt auf das Profil der Agrarsparte ein, die BASF mittelfristig als eigenständigen, forschungsstarken Anbieter positionieren will. Gerade im Umfeld steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit sind Biologicals ein wichtiges Differenzierungsmerkmal.

Automotive Color Report: Trends stützen Coatings

Parallel meldet die Coatings-Sparte neue Marktdaten: Der jährliche Automotive Color Report zeigt, wohin sich Farbtrends in der globalen Fahrzeugindustrie bewegen. Demnach gewinnen Grün- und Grautöne weltweit an Bedeutung, während klassische Farben wie Silber an Boden verlieren.

In der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) hat sich der Anteil grüner Fahrzeuglackierungen nahezu verdoppelt. Silber setzt seinen Rückzug fort. In Amerika fällt das Bild gemischter aus: Grau liegt leicht unter dem Vorjahresniveau, dafür steigen farbige Lacke insgesamt um fast zwei Prozentpunkte. Für BASF ist diese Analyse nicht nur Marketing, sondern auch ein Indikator, wie sich das Produktportfolio im Coatings-Geschäft ausrichten lässt – von Pigmenten bis hin zu Spezialeffekten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BASF?

Analysten gespalten – Wachstumserwartungen gedämpft

Trotz der strategischen Initiativen bleibt der Blick der Analysten auf die BASF Aktie zurückhaltend. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 48,48 Euro, die Spanne reicht von 38 bis 60 Euro und signalisiert damit eine breite Unsicherheit über die mittelfristige Ertragskraft.

Die Deutsche Bank hatte im November 2025 ihr Rating von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen und das Kursziel auf 45 Euro gesenkt. Für 2026 erwartet sie lediglich ein EBITDA-Wachstum von rund 3 % – etwa 4 % unter dem damaligen Marktkonsens. Aus Sicht der Analysten sind positive Faktoren wie stabile Coatings-Verkäufe und laufende Aktienrückkäufe im Kurs bereits weitgehend berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Bewertung anspruchsvoll: Bei einer Marktkapitalisierung von rund 40 Milliarden Euro liegt das KGV (TTM) bei etwa 130. Dem gegenüber steht allerdings eine Dividendenrendite von rund 5 %, die den Titel für Einkommensinvestoren weiterhin interessant macht. Die nächsten Quartalszahlen am 27. Februar 2026 werden entscheidend dafür sein, ob BASF die verhaltenen Wachstumserwartungen bestätigen oder positiv überraschen kann.

IPO-Plan der Agrarsparte gewinnt Kontur

Die strategische Stoßrichtung wird mit Blick auf den geplanten Teilbörsengang der Agricultural Solutions Division besonders deutlich. Der IPO ist für 2027 vorgesehen. Die Sparte erzielte 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro und investierte 919 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung – ein klarer Hinweis auf den Anspruch, technologisch vorne mitzuspielen.

Die AgBiTech-Übernahme fügt sich nahtlos in dieses Bild: BASF baut die Agrarsparte zu einem integrierten Lösungsanbieter aus, der klassische Pflanzenschutzmittel mit Biologicals und forschungsintensiven Innovationen verbindet. Damit könnte die Division zum Wachstumstreiber innerhalb des Konzerns werden, wenn der Markt das Potenzial dieser Kombination beim IPO entsprechend bewertet.

Kursbild: Solide, aber ohne Dynamik

Im Markt spiegelt sich diese Mischung aus solider Basis und begrenzter Wachstumsfantasie derzeit in einer eher ruhigen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert heute bei 45,95 Euro und liegt damit leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,64 Euro. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 43,79 Euro ergibt sich ein Aufschlag von knapp 5 %, was auf eine moderate Aufwärtstendenz hindeutet.

Auf 12-Monats-Sicht steht ein Plus von rund 3,85 %, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,98 Euro beträgt jedoch knapp 15 %. Gleichzeitig liegt der Kurs gut 15 % über dem 52-Wochen-Tief von 39,76 Euro. Der RSI von 42,3 signalisiert ein neutrales bis leicht unterkauftes Niveau, ohne klare Überhitzungsanzeichen. Insgesamt präsentiert sich die BASF Aktie damit eher als Seitwärtskandidat mit defensivem Profil als als dynamischer Wachstumswert.

Fazit: Strategie klar, Bewährungsprobe folgt

BASF setzt im Agrarbereich sichtbar auf Ausbau und Profilierung – mit AgBiTech als gezielter Ergänzung im Zukunftsfeld Biologicals und dem klaren Ziel, die Agrarsparte bis 2027 IPO-ready zu machen. Parallel zeigt der Automotive Color Report, dass das Coatings-Geschäft in einem strukturierten Marktumfeld operiert und Trends aktiv mitgestaltet.

Die Kernbotschaft: Strategisch arbeitet der Konzern konsequent an seinen Wachstumsfeldern, doch die Erwartungen an das Ergebniswachstum bleiben vorerst überschaubar. Entscheidend wird sein, ob BASF mit den kommenden Quartalszahlen und der weiteren Ausgestaltung des Agrar-IPO den Spagat zwischen hoher Dividendenrendite und glaubwürdiger Wachstumsstory überzeugend fortsetzen kann.

BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:

Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BASF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...