AppLovin liefert operativ starke Zahlen – doch die Börse schaut gerade woanders hin. Im Februar überlagern gleich mehrere Themen die Story: eine laufende SEC-Untersuchung, Pläne für eine eigene Social-Media-Plattform und wachsende Konkurrenz im Mobile-Advertising. Was zählt für Anleger aktuell mehr: Wachstum oder Unsicherheit?

SEC-Untersuchung sorgt für Unsicherheit

Der wichtigste Bremsklotz ist die US-Börsenaufsicht. Die SEC bestätigte am 20. Februar, dass ihre Untersuchung „aktiv und laufend“ ist. Interne Schreiben wollte die Behörde nicht herausgeben. Begründung: Eine Veröffentlichung könnte die Ermittlungen gefährden – etwa, weil Beteiligte Beweise manipulieren oder Dokumente verändern könnten.

Wichtig dabei: Die SEC hat weder den genauen Gegenstand noch den Umfang der Untersuchung öffentlich gemacht. Auch ein konkreter Vorwurf gegen AppLovin oder Verantwortliche wurde bislang nicht erhoben. Laut früheren Berichten dreht sich die Prüfung um den Verdacht, AppLovin habe Vereinbarungen mit Plattformpartnern verletzt, um stärker zielgerichtete Werbung auszuspielen. Auslöser sollen eine Whistleblower-Beschwerde und mehrere Shortseller-Reports gewesen sein.

Social-Media-Pläne als neuer Wachstumspfad

Fast zeitgleich kam ein Gegenimpuls: Bloomberg berichtete am 19. Februar, AppLovin bereite den Aufbau einer eigenen Social-Networking-Plattform vor. Das wäre der nächste Anlauf nach dem gescheiterten Versuch, im vergangenen Jahr TikTok-Assets außerhalb Chinas zu übernehmen.

Die Hinweise stammen laut Bericht aus einem chinesischsprachigen Podcast eines ranghohen Managers sowie aus einer Stellenausschreibung. Dort wird jemand gesucht, der das „digitale Rückgrat“ einer „Next-Generation Social Platform“ entwerfen soll. Die Nachricht sorgte zunächst für Fantasie am Markt – wurde aber durch die am selben Tag erneut bestätigte SEC-Untersuchung schnell wieder eingehegt.

Starke Zahlen – trotzdem skeptischer Markt

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Dabei hatte AppLovin bei den Quartalszahlen eigentlich geliefert. Am 11. Februar übertraf das Unternehmen die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn: Der Umsatz stieg im vierten Quartal 2025 auf 1,66 Milliarden US-Dollar (+66% zum Vorjahr), der Gewinn je Aktie lag bei 3,24 US-Dollar (Konsens: 2,89). Für das erste Quartal 2026 stellte AppLovin 1,745 bis 1,775 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Außerdem zog die Bruttomarge deutlich an, auf 88,9% nach 84,7% im Vorjahr.

Warum reagierte die Aktie dennoch so empfindlich? Der Abverkauf nach den Zahlen wurde im Markt vor allem mit Sorgen über den härteren Wettbewerb im Mobile-Advertising erklärt – insbesondere durch Meta – und mit dem Risiko, dass neue KI-getriebene Anbieter den Preisdruck erhöhen könnten.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 356,40 Euro und liegt damit seit Jahresanfang deutlich im Minus.

Kursziele sinken, Grundton bleibt positiv

Nach dem Zahlenwerk passten mehrere Banken ihre Kursziele an – teils deutlich nach unten, während die Einstufungen überwiegend konstruktiv blieben. So senkte etwa BofA das Ziel von 780 auf 705 US-Dollar, Piper Sandler von 800 auf 650 US-Dollar, Citi von 820 auf 710 US-Dollar. Wedbush hob das Kursziel dagegen von 465 auf 640 US-Dollar an. Insgesamt liegt das durchschnittliche Kursziel laut MarketBeat bei rund 652 US-Dollar.

Was als Nächstes wichtig wird

Kurzfristig dürften zwei Punkte die Richtung bestimmen: Erstens, ob die SEC-Untersuchung inhaltlich konkreter wird – denn genau diese Unklarheit belastet. Zweitens, ob AppLovin die Social-Media-Pläne mit belastbaren Details untermauert. Der nächste Quartalsbericht ist noch nicht offiziell terminiert; Schätzungen verschiedener Datenanbieter bewegen sich zwischen dem 5. und 13. Mai 2026.

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