Am 30. März öffnet sich für ams OSRAM ein konkretes Zeitfenster: Die Unternehmensanleihen enthalten eine Option zur vorzeitigen Tilgung zu vertraglich fixierten Rückzahlungskursen — und das Unternehmen hat die Mittel dafür zunehmend beisammen.

Der Entschuldungsplan nimmt Gestalt an. Aus mehreren Unternehmensverkäufen fließen insgesamt knapp über 670 Millionen Euro in die Kasse. Bereits am 2. März schloss ams OSRAM den Verkauf des Entertainment-and-Industry-Lamps-Geschäfts an den japanischen Konzern Ushio für 114 Millionen Euro ab — inklusive Produktionsstätten in Berlin, rund 500 Mitarbeitern und dem zugehörigen geistigen Eigentum. Der deutlich größere Posten folgt im zweiten Quartal 2026: Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon soll 570 Millionen Euro in bar einbringen.

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Zinsaufwand soll auf unter 150 Millionen Euro sinken

Das Finanzziel ist klar: Nach Abschluss aller Maßnahmen — einschließlich einer Lösung für den Kulim-2-Sale-and-Leaseback — peilt das Unternehmen ein Nettoschulden-zu-EBITDA-Verhältnis von unter 2 an. Die jährlichen Zinsaufwendungen sollen auf unter 150 Millionen Euro sinken. Zum Vergleich: Bislang belastet ein Zinsaufwand von bis zu 300 Millionen Euro die Ertragskraft des Konzerns erheblich. Einen ersten Schritt vollzog ams OSRAM bereits im Januar, als im Rahmen eines Dutch-Auction-Verfahrens Anleihen im Nominalwert von knapp 200 Millionen Euro zu 96 Prozent des Nennwerts zurückgekauft wurden.

Das operative Fundament liefert der am 20. März veröffentlichte Geschäftsbericht für 2025. Der Umsatz ging wechselkursbedingt um drei Prozent auf 3,32 Milliarden Euro zurück, das Chip-Kerngeschäft wuchs währungsbereinigt jedoch um sieben Prozent. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um sechs Prozent auf 608 Millionen Euro, die Marge stieg von 16,8 auf 18,3 Prozent. Zudem verzeichnete das Unternehmen im Halbleiterbereich ein Allzeithoch bei Design-Wins von über 5 Milliarden Euro — ein Indikator für künftige Umsatzpotenziale.

Simplify-Programm als Gegengewicht zu Erlösausfällen

Die Veräußerungen bringen nicht nur Liquidität, sie kosten auch Umsatz und operative Ergebnisbeiträge. Das Transformationsprogramm „Simplify" soll diesen Effekt ausgleichen: Bis 2028 will ams OSRAM die jährlichen Kosten um weitere 200 Millionen Euro senken — durch höhere Automatisierung an europäischen Standorten und selektiven Kapazitätsausbau in Asien. Den größten Teil der europäischen Stellenstreichungen trägt Deutschland, konkret der Standort Regensburg, wo im Halbleitergeschäft im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich Arbeitsplätze wegfallen.

Am 7. Mai 2026 legt ams OSRAM die Ergebnisse für das erste Quartal vor. Dieser Termin wird zeigen, ob der Schuldenabbau das angepeilte Tempo hält und das „Simplify"-Programm erste messbare Wirkung bei der Margenentwicklung entfaltet. Zuvor richtet sich der Blick auf den 30. März — und darauf, ob das Unternehmen die Anleiheoption tatsächlich nutzt.

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