AMD Aktie: KI-Tempo, Exportbremse
AMD steht diese Woche gleich an zwei Fronten im Rampenlicht: In Washington wird über neue Exportgrenzen für leistungsstarke Chips nach China diskutiert – und gleichzeitig baut der Konzern seine Rolle als Zulieferer für KI-Infrastruktur mit großen Partnerschaften weiter aus. Genau diese Mischung aus Rückenwind und Gegenwind prägt aktuell die Debatte. Wie stark kann AMD das China-Risiko durch neue KI-Aufträge ausgleichen?
Neue US-Grenzen für China-Exporte
Der akuteste Unsicherheitsfaktor kommt aus den USA. Die Regierung diskutiert, chinesische Kunden bei Hochleistungs-Chips auf eine bestimmte Stückzahl pro Käufer zu begrenzen. Dabei würden AMDs MI325-Chips – vergleichbar mit Nvidias H200 – ebenfalls unter eine solche „Pro-Kunde“-Obergrenze fallen.
Für AMD ist das heikel, weil China-Umsätze zuletzt ein spürbarer Treiber waren, das Management aber für die nächsten Monate bereits vorsichtiger plant. Für das 1. Quartal 2026 stellt AMD rund 9,8 Mrd. US-Dollar Umsatz (±300 Mio.) in Aussicht – darin enthalten sind laut Unternehmen etwa 100 Mio. US-Dollar an Instinct-MI308-Verkäufen nach China. Zusätzliche Erlöse aus China sind in der Prognose ausdrücklich nicht eingeplant, weil die Marktlage als unsicher gilt.
Starke Zahlen – mit China-Sondereffekt
Operativ kam AMD mit Rückenwind aus 2025. Im 4. Quartal 2025 meldete der Konzern Rekordumsätze von 10,3 Mrd. US-Dollar. Auf GAAP-Basis lag die Bruttomarge bei 54%, der operative Gewinn bei 1,8 Mrd. US-Dollar und der Nettogewinn bei 1,5 Mrd. US-Dollar. Bereinigt (non-GAAP) stieg die Bruttomarge auf 57%, operatives Ergebnis und Nettogewinn erreichten mit 2,9 bzw. 2,5 Mrd. US-Dollar ebenfalls Rekorde.
Wichtig für die Einordnung: Ein Teil der Stärke hing an China-Umsätzen, die zuvor nicht in der Prognose enthalten waren. Allein die Instinct-MI308-Erlöse nach China lagen im 4. Quartal bei rund 390 Mio. US-Dollar. Zusätzlich profitierte AMD von einer Auflösung zuvor gebildeter Bestände/Belastungen in Höhe von etwa 360 Mio. US-Dollar. Ohne diese beiden Faktoren hätte die bereinigte Bruttomarge im Quartal bei rund 55% gelegen.
Auf Jahressicht meldete AMD für 2025 ebenfalls Rekorde: 34,6 Mrd. US-Dollar Umsatz, 4,3 Mrd. US-Dollar GAAP-Nettogewinn und ein verwässertes EPS von 2,65 US-Dollar. Bereinigt kletterte das operative Ergebnis auf 7,8 Mrd. US-Dollar, das verwässerte EPS auf 4,17 US-Dollar.
KI-Partnerschaften als Gegengewicht
Parallel zu den regulatorischen Risiken setzt AMD beim KI-Geschäft auf Volumen und Reichweite. Mit Meta wurde eine mehrjährige Partnerschaft über bis zu 6 Gigawatt AMD-Instinct-GPUs für Metas KI-Infrastruktur angekündigt. Die ersten Lieferungen zur Unterstützung des ersten Gigawatts sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten. Laut Angaben umfasst das Paket unter anderem eine kundenspezifische MI450-basierte GPU, EPYC-„Venice“-CPUs, ROCm-Software und die Helios-Rack-Architektur. Bestandteil sind zudem leistungsabhängige Optionsrechte („Warrants“) auf bis zu 160 Mio. Aktien, gekoppelt an Liefer- und Kursziele.
Der Deal ist ähnlich strukturiert wie die Vereinbarung mit OpenAI aus Oktober, ebenfalls über 6 Gigawatt. Unterm Strich kommt AMD damit auf Zusagen über 12 Gigawatt GPU-Kapazität über die kommenden Jahre – ein klarer Versuch, die KI-Umsatzbasis breiter aufzustellen und weniger von einzelnen Regionen abhängig zu sein.
Auch im Enterprise-Bereich drückt AMD aufs Tempo: Mit Nutanix wurde eine mehrjährige strategische Partnerschaft für eine offene „Full-Stack“-KI-Infrastruktur angekündigt, die auf agentische KI-Anwendungen zielt. AMD will dafür 150 Mio. US-Dollar in Nutanix-Aktien investieren (zu 36,26 US-Dollar je Aktie) und zusätzlich bis zu 100 Mio. US-Dollar für gemeinsame Entwicklung sowie Markteinführung bereitstellen. Abschluss der Beteiligung ist – vorbehaltlich Genehmigungen – für das 2. Quartal 2026 geplant. Erste gemeinsame Plattformen sollen ab Ende 2026 auf den Markt kommen.
Flankierend erweitert AMD im PC-Bereich sein KI-Portfolio: Auf dem Mobile World Congress 2026 wurden Ryzen AI 400 und Ryzen AI PRO 400 für Desktop-Systeme angekündigt. Geräte mit den neuen Chips sollen ab dem 2. Quartal 2026 unter anderem von HP und Lenovo (Desktops) sowie von Dell, HP und Lenovo (mobile Workstations) verfügbar sein.
Zum Börsenbild passt das gemischte Signal: Heute notiert die Aktie bei 164,86 Euro und steht damit zuletzt spürbar unter Druck (in den vergangenen 30 Tagen -21,06%).
Im Fokus stehen nun zwei konkrete Termine: Heute (Dienstag, 3. März 2026) tritt CTO Mark Papermaster auf der Morgan-Stanley-TMT-Konferenz auf, und am 5. Mai 2026 legt AMD die nächsten Quartalszahlen vor – dann wird sich auch zeigen, wie stark der erwartete Rückgang der China-Verkäufe im 1. Quartal durch neue KI-Dynamik abgefedert werden kann.
AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 03. März liefert die Antwort:
Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








