AMD-CEO Lisa Su traf sich in Seoul mit Upstage-Chef Sung Kim — das Ergebnis: fortgeschrittene Verhandlungen über die Lieferung von 10.000 MI355-KI-Beschleunigern an das südkoreanische KI-Startup. Ein potenziell bedeutender Auftrag, der jedoch von einer Reihe gegenläufiger Entwicklungen begleitet wird.

Der Upstage-Deal im Kontext

Upstage ist derzeit Teilnehmer im staatlich geförderten südkoreanischen KI-Wettbewerb „AI Squid Game", der bis Anfang 2027 die besten heimischen KI-Basismodelle des Landes küren soll. Das Startup, das bislang rund 157 Millionen US-Dollar eingesammelt hat, will mit den MI355X-Chips ein Sprachmodell mit etwa 200 Milliarden Parametern entwickeln. Die Karten kommen mit 288 GB HBM3E-Speicher pro Einheit — für AMD wäre ein 10.000-Chip-Auftrag ein handfester Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit der Instinct-GPU-Familie im asiatischen Markt.

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Der Deal steht auch für einen breiteren Trend: KI-Entwickler suchen zunehmend nach Alternativen zu Nvidia. AMD profitiert davon — zumindest strategisch.

Lieferkette unter Druck

Parallel zu den Verkaufsgesprächen unterzeichnete AMD am 18. März ein Memorandum of Understanding mit Samsung Electronics zur Zusammenarbeit bei HBM4-Speicher. Die Partnerschaft soll die Versorgung mit der nächsten Generation Hochbandbreitenspeicher absichern. Allerdings stimmten 93,1 Prozent der Samsung-Elektronikunion für einen Streik — ein Ausstand am Pyeongtaek-Campus ab Mai 2026 könnte die Produktion empfindlich stören.

In den USA sicherte sich AMD gemeinsam mit anderen Chipherstellern Kapazitäten in TSMCs geplantem Arizona Fab 4. Die Anlage soll auf 2-Nanometer-Technologie ausgelegt sein, geht aber voraussichtlich erst um 2030 in Betrieb.

Kurs unter Druck, Insider verkaufen

Trotz der positiven Auftragsnachrichten verlor die AMD-Aktie zu Wochenbeginn rund zwei Prozent. Der Titel notiert damit weiterhin deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 183 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass Insider in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Wert von insgesamt rund 50 Millionen US-Dollar verkauften.

Das institutionelle Bild ist uneinheitlich. Westview Investment Advisors eröffnete im vierten Quartal 2025 eine neue Position mit 11.132 Aktien im Wert von etwa 2,38 Millionen US-Dollar — ein vergleichsweise kleiner Einstieg. Immerhin lieferte AMD im selben Quartal starke Zahlen: 10,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Produktneuheiten im Hintergrund

Im Consumer-Bereich veröffentlichte AMD das FSR SDK 2.2 mit Unterstützung für FSR 4.1 und Ray Regeneration 1.1 — maschinenlernbasierte Funktionen, die auf die RDNA-4-Architektur zugeschnitten sind. Der Ryzen 7 9800X3D fiel derweil auf ein neues Preistief von rund 420 US-Dollar, nachdem Intel mit neuen Konkurrenzprodukten in den Markt eingetreten war.

AMD jongliert derzeit mit vielen Bällen gleichzeitig: vielversprechende Großaufträge in Asien, Lieferkettenrisiken durch den drohenden Samsung-Streik und Verkaufsdruck von innen. Ob der Upstage-Deal letztlich zustande kommt, dürfte für die Stimmung rund um die Aktie in den kommenden Wochen entscheidend sein.

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