AMD versucht nach einer schwächeren Phase rund um die CES-Präsentationen wieder in Tritt zu kommen. Rückenwind kommt vor allem von einer stark ausgebauten KI-Produktpipeline und deutlich angehobenen Analystenzielen. Doch bei aller Euphorie über das Wachstum im Rechenzentrum rücken auch die hohe Bewertung und jüngste Insiderverkäufe in den Fokus.

Analysten drehen den Ausblick nach oben

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Erholung ist eine Reihe optimistischer Analystenkommentare. Besonders ins Auge fällt Wells Fargo: Die Bank hat ihr Kursziel von 300 auf 345 US‑Dollar angehoben und bleibt bei der Einstufung „Overweight“. Bezogen auf das aktuelle Kursniveau signalisiert das ein erhebliches Aufwärtspotenzial.

Auch andere Institute liegen klar über dem Markt:

  • Wells Fargo: Kursziel 345 US‑Dollar (Overweight)
  • Bank of America: Kursziel 300 US‑Dollar (Buy)
  • Jefferies: Kursziel 300 US‑Dollar (Positive)
  • Morgan Stanley: Kursziel 260 US‑Dollar (Equal Weight)
  • Konsens: „Moderates Kaufen“ mit durchschnittlichem Kursziel von 277,06 US‑Dollar

Parallel dazu wird AMD mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 103 bewertet – ein Niveau, das deutliches Vertrauen in künftiges Wachstum voraussetzt. Gemessen am gestrigen Schlusskurs von 207,69 US‑Dollar liegt die Aktie etwa 9 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, hat sich aber auf Sicht von zwölf Monaten um gut 80 % verteuert.

CES 2026: KI-Roadmap als Taktgeber

Inhaltlich speist sich der Optimismus vor allem aus den Ankündigungen auf der CES 2026. CEO Lisa Su präsentierte eine breite Palette neuer KI-Produkte und Plattformen, die AMD quer über mehrere Segmente positionieren sollen:

  • Ryzen AI 400 Serie mit bis zu 12 CPU-Kernen und 60 TOPS NPU-Leistung
  • Ryzen AI Max+ Prozessoren für besonders leistungsstarke, aber mobile Notebooks und Workstations
  • MI440X und MI455X für Rechenzentren als direkte Konkurrenz zu Nvidias NVL-Systemen
  • Helios AI Serverrack mit 72 MI455X-GPUs, ausgelegt auf KI-Cluster in der Größenordnung von Nvidias NVL72
  • Ryzen 7 9850X3D als Gaming-CPU mit 400 MHz höherem Boost-Takt gegenüber dem Vorgänger

Zusätzlich skizzierte AMD die MI500-Roadmap und stellte in Aussicht, die KI-Leistung gegenüber den aktuellen MI300X-Beschleunigern langfristig um den Faktor 1.000 zu steigern. Solche Aussagen sind naturgemäß ambitioniert, geben Investoren aber eine klare Richtung vor: AMD will im KI-Wettbewerb nicht hinter Nvidia zurückfallen.

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Rechenzentrum bleibt der Wachstumsmotor

Die harte Basis für diese Wachstumsstory liegt im Rechenzentrumsgeschäft. Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz dort gegenüber dem Vorquartal um 34 % auf 4,3 Milliarden US‑Dollar. Im Jahresvergleich entspricht das einem Plus von 22 %. Das operative Ergebnis des Segments kletterte auf 1,1 Milliarden US‑Dollar, nach 1,0 Milliarden US‑Dollar ein Jahr zuvor, bei einer Marge von 25 %.

Im Fokus stehen dabei vor allem die MI350-Beschleuniger, deren Verbreitung weiter zunimmt. Gleichzeitig wächst die Erwartung an die MI400-Serie, die später im Jahr 2026 kommen soll. Zielkunden sind hyperskalierende Cloud-Anbieter und KI-Inferenz-Workloads – ein Markt, der Prognosen zufolge bis 2029 mit rund 42 % pro Jahr wachsen soll. Das Management sieht die KI-Rechenzentrumsumsätze bis 2027 auf dem Weg in Größenordnungen „im zweistelligen Milliardenbereich“ pro Jahr.

Bewertung, Volatilität und Insiderverkäufe

Trotz der starken Wachstumsstory ist die Aktie kein Selbstläufer. Kurzfristig bleibt das Papier schwankungsanfällig, was sich auch in einer hohen annualisierten 30‑Tage-Volatilität von gut 62 % zeigt. Der Kurs liegt rund 6 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt, während der RSI mit 42,4 auf ein eher neutrales Niveau hindeutet.

Für Diskussion sorgt zudem die Insiderseite. In den vergangenen 90 Tagen wurden insgesamt 178.358 Aktien im Volumen von 39,2 Millionen US‑Dollar verkauft. CEO Lisa Su trennte sich im Dezember von 125.000 Aktien zu 215,14 US‑Dollar je Stück, EVP Mark Papermaster bereits im November von 17.108 Aktien zu 240,12 US‑Dollar. Solche Verkäufe müssen zwar nicht zwangsläufig eine negative Einschätzung des Managements signalisieren, sie bremsen aber die stärksten Fantasien der Anleger. Auf der anderen Seite bleibt der institutionelle Anteil mit 71,34 % hoch, einzelne Adressen wie Brighton Jones LLC (+178,2 % Positionserhöhung im vierten Quartal) und Jones Financial Companies (+74,5 %) haben zuletzt deutlich aufgestockt.

Verschärfter Wettbewerb mit Intel

Neben Nvidia rückt auch Intel wieder stärker als Wettbewerber in den Blick. Auf der CES 2026 griff Intel AMD im Bereich Handheld-Gaming direkt an und stellte seine neuen Panther-Lake-Prozessoren vor. Diese Chips auf Basis der 18A-Technologie sollen AMDs Ryzen-Plattformen im Consumer- und Business-Segment Marktanteile abringen.

AMD konterte mit der Vorstellung der Ryzen AI Embedded-Familie (P100, X100) für Edge-KI-Anwendungen. Damit erweitert das Unternehmen seine adressierbaren Märkte über klassische PCs und Rechenzentren hinaus in smarte Geräte und Industrieanwendungen – ein Feld, das in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte.

Nächster Höhepunkt: Quartalszahlen Anfang Februar

Der nächste harte Prüfstein steht bereits fest: Am 3. Februar 2026 legt AMD die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Analysten kalkulieren aktuell mit einem Gewinn je Aktie von 1,31 US‑Dollar bei Erlösen von 9,63 Milliarden US‑Dollar. Zum Vergleich: Im dritten Quartal lag der Gewinn bei 1,20 US‑Dollar je Aktie, der Umsatz stieg mit 9,25 Milliarden US‑Dollar um 35,6 % gegenüber dem Vorjahr und lag damit über den Erwartungen. Ob die hoch gesteckten Kursziele und die ambitionierte KI-Story tragfähig bleiben, wird maßgeblich davon abhängen, ob AMD diesen Wachstumskurs Anfang Februar bestätigen oder sogar übertreffen kann.

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