Amazon hat das Schweizer Robotik-Startup Rivr übernommen — und damit einen zweiten Anlauf in der autonomen Haustürlieferung gestartet. Der erste Versuch mit dem eigenen Scout-Roboter scheiterte 2022. Diesmal setzt Amazon auf externe Technologie, die das entscheidende Problem löst: Treppen.

Was Rivr anders macht

Rivr-Roboter kombinieren Räder und Beine. Das klingt unspektakulär, ist aber der entscheidende Unterschied zu bisherigen Gehsteig-Robotern. Die Maschinen der zweiten Generation bewältigen Treppen, Tore und unebenes Gelände — bei bis zu 15 km/h. Fahrer können die Roboter im Lieferwagen mitführen und ihnen Pakete für mehrere Adressen in der Nähe übergeben, was die Zustellungen pro Tour erhöht.

Rivr trainiert seine Roboter mit eigenen KI-Modellen und eigenen Daten. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Zürich und wurde zuletzt im August 2024 mit 110 Millionen Dollar bewertet.

Kein spontaner Kauf

Die Übernahme kam nicht aus dem Nichts. Amazon hatte Rivr bereits 2024 über seinen Industrial Innovation Fund mitfinanziert — als Teil einer Seed-Runde über 22,2 Millionen Dollar, an der auch Bezos Expeditions beteiligt war. Seit Mai 2025 liefen zudem erste Tests in Austin, gemeinsam mit der Paketplattform Veho.

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Die Konditionen der Übernahme wurden nicht veröffentlicht. Bekannt wurde der Deal nicht durch eine offizielle Pressemitteilung, sondern über ein Schreiben an externe Lieferpartner — in dem Amazon ankündigte, die Technologie in den laufenden Betrieb zu integrieren und mit Fahrern zu testen.

Einbettung in eine größere Strategie

Die letzte Meile ist der teuerste Teil der Lieferkette. Amazon betreibt bereits über eine Million Roboter in seinen Lagern für Sortier- und Transportaufgaben. Die Haustür blieb bislang das ungeklärte Endstück.

Das Rivr-Investment fügt sich in eine Phase aggressiver Kapitalallokation: Für 2026 plant Amazon Investitionen von 200 Milliarden Dollar, der Großteil fließt in Cloud-Infrastruktur für AWS. Im vierten Quartal 2025 wuchs AWS um 24 Prozent auf eine annualisierte Laufrate von 142 Milliarden Dollar — das stärkste Wachstum seit 13 Quartalen. Der Konzernumsatz stieg im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar.

Rivr ist gemessen an diesen Größenordnungen ein kleiner Zukauf. Strategisch markiert er jedoch den Beginn eines erneuten Versuchs, den letzten und schwierigsten Schritt der Logistikkette zu automatisieren — diesmal mit Robotern, die auch Treppen kennen.

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