Amazon startet diese Woche mit zwei parallelen Monetarisierungsoffensiven. Ab Dienstag läuft der Big Spring Sale, und am 10. April folgt die Einführung von Prime Video Ultra — mit einer Preiserhöhung von 67 Prozent. Beide Maßnahmen zeigen, wie Amazon versucht, seine Einnahmeströme außerhalb der klassischen Hochsaison zu stärken.

Frühlingsverkauf mit Kalkül

Der Big Spring Sale läuft vom 25. bis 31. März und ist damit das erste große Verkaufsevent des Jahres — noch vor dem Prime Day im Sommer. Neu in diesem Jahr sind drei kuratierte Produktlisten mit den besten Deals aus den Bereichen Gesundheit, Wellness und Frühlingsbedarf.

Die Strategie dahinter ist klar: Das erste Quartal gilt traditionell als schwache Handelsphase zwischen dem Weihnachtsgeschäft und dem Sommeraufschwung. Mit dem Sale versucht Amazon, genau diese Lücke zu schließen und Marktanteile gegenüber saisonalen Konkurrenten wie Home Depot oder Lowe's zu sichern.

Das Event ist zudem eines der wenigen Amazon-Verkaufsevents, das auch Nicht-Prime-Mitgliedern offensteht — die besten Angebote bleiben jedoch Prime-Abonnenten vorbehalten. Ein bewusstes Mittel, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Prime Video Ultra: Mehr Leistung, höherer Preis

Ab dem 10. April ersetzt Prime Video Ultra in den USA das bisherige werbefreie Abo-Modell. Der Preis steigt von 2,99 auf 4,99 Dollar pro Monat — ein Aufschlag von 67 Prozent. Dafür erhalten Abonnenten bis zu fünf gleichzeitige Streams statt bisher drei, 100 statt 25 Offline-Downloads sowie exklusiven Zugang zu 4K/UHD-Inhalten. Letzteres wird aus dem Standardtarif gestrichen.

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Bestehende Nutzer des werbefreien Tarifs werden automatisch in das neue Ultra-Modell überführt, sofern sie nicht aktiv kündigen.

Die Preiserhöhung kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Amazons Werbeerlöse stiegen 2025 um 22 Prozent auf 68,6 Milliarden Dollar. Das Unternehmen zählt damit zu den drei größten Akteuren im digitalen Werbemarkt, hinter Google und Meta.

Kursbelastung durch Investitionsvolumen

Trotz dieser operativen Dynamik steht die Aktie weiter unter Druck. Seit der Ankündigung eines Investitionsplans von 200 Milliarden Dollar für 2026 — der Großteil fließt in Künstliche Intelligenz — hat der Kurs rund 15 Prozent verloren. Aktuell notiert die Aktie etwa 9 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.

Die Q4-Zahlen 2025 lieferten ein gemischtes Bild: Der Umsatz von 213,4 Milliarden Dollar übertraf die Erwartungen leicht, der Gewinn je Aktie von 1,95 Dollar verfehlte die Prognose von 1,97 Dollar knapp. 53 von 58 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 286,93 Dollar.

Am 23. April legt Amazon seine nächsten Quartalsergebnisse vor — dann wird sich zeigen, ob Big Spring Sale und Prime Video Ultra bereits messbare Spuren in den Umsatzzahlen hinterlassen haben.

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